Der Kommentar: Obwohl der Rückzug von Christoph Blocher (73) aus der Politik weit entfernt scheint, stellt sich in der SVP die Frage: Wer hat sein Charisma, wer kann den nationalkonservativen und den wirtschaftsliberalen Flügel zusammenhalten? Und vor allem: Wer ist imstande, Mehrheiten zu gewinnen für Blochers wichtigstes Ziel, die Bewahrung der Unabhängigkeit der Schweiz?

Fragen wir einfacher: Wer füllt einen Saal bis auf den letzten Platz, wenn er ein Referat über die Schweiz in Europa ankündigt? Kämen 700 Leute, wenn Christoph Mörgeli einladen würde? Oder Toni Brunner? Oder Magdalena Martullo-Blocher?

Das schafft bis heute in der SVP nur Blocher selbst. Und das schafft einer, der nicht Mitglied der Partei ist. Der Mann tourt gerade durchs Land und spricht über die Schweiz in Europa. Die Leute hören ihm zu. Er hat nicht Blochers gebückte, bäuerische Haltung, kommt aber bei einfachen Leuten wie bei Akademikern an. Er denkt exakt wie Blocher. Dieser Mann führt den Kampf für die unabhängige Schweiz nicht mit einer Partei, sondern mit einer Zeitung. Zurzeit ist keiner geeigneter, Blochers Nachfolger zu werden, als Roger Köppel.

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