Diese Forderung ist populär, weil 10 Prozent Kapital der Bilanzsumme nun einmal mehr sind als 5 Prozent. Nur, Banken sind viel komplexer, als viele von uns wissen wollen. Die jetzige risikogewichtete Rechnung ist richtig und sollte beibehalten werden, auch wenn sie noch vieler Verbesserungen sowie einer globalen Koordination unter den Regulatoren bedarf.

Eine Umstellung auf die einfache Methode, nämlich ein Prozentsatz der Bilanzsumme, würde die Banken im Gegenteil unsicherer machen und ausserdem grosse negative Folgen für die Wirtschaft haben. Man würde den Fokus auf Geschäfte mit hohen Margen legen und die Geschäfte mit tiefen Profitmargen – und diese machen den Grossteil der Bilanzsumme aus – vernachlässigen.

Mit anderen Worten, die Banken würden mehr Risiko eingehen. Dem wird entgegnet, man könnte auch mit Bilanzsummenbezogenen Risikoklassen arbeiten. Diese würden aber nie so präzise sein können wie die jetzige ausbaufähige Risikogewichtung. Die heimische Wirtschaft wäre der grosse Verlierer, denn dort sind die Margen am tiefsten.

Mehr Kapital ist im Prinzip zwar gut, schliesst aber nicht aus, dass eine Bank nicht mehr «gerettet» werden muss. Die beste Garantie ist ein gutes Management. Das werden wir, davon bin ich überzeugt, bei der nächsten Immobilienkrise wieder einmal herausfinden.

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