Die Polizeivorsteherin der Stadt Zürich, Esther Maurer, fordert ein Alkoholverbot. Damit bestraft sie bloss den normalen Fan, der sich zur Bratwurst ein Bierchen gönnen möchte. Chaoten, die betrunken randalieren, lassen sich schon vorher volllaufen und dürfen gar nicht ins Stadion gelassen werden.

Besser wäre, die Sicherheitskräfte würden am Eingang die Zuschauer streng kontrollieren und verhindern, dass sie Pyro-Fakeln hineinschmuggeln – so wie das überall sonst in Europa gelingt.

Fifa-Präsident Joseph Blatter fordert eine Abschaffung der Stehplätze. Auch das bringt nichts: Erstens hat just das Zürcher Letzigrundstadion schon heute ausschliesslich Sitz-plätze, zweitens ist nicht die Gewalt im Stadion das Haupt-problem, sondern ausserhalb.

Sicherheitsexperte Dölf Brack fordert ein Zutrittsverbot für Auswärtsfans bei Risikospielen. Beim heutigen Knüller GC - FCB dürften also keine Basler Fans ins Stadion. Auch das bestraft 99 Prozent der Fans – und löst kein einziges Problem: Die Ausgesperrten würden dennoch anreisen und vor dem Stadion Radau machen.

Bitte keine Kollektivstrafen! Was es braucht, sind zielge-richtete Massnahmen gegen die Chaoten selber. Bundesrat und Sportminister Ueli Maurer präsentiert im «Sonntag» taugliche Vorschläge. Der Hauptpunkt: Gewalttäter sollen identifiziert und öffentlich geoutet werden.

Das führt dazu, dass sie von den Fans ausgestossen werden, und auch ihr Arbeitgeber wird Druck machen. Zudem soll das heutige Recht in aller Schärfe angewendet werden.

Punktuell sind aber zudem neue Gesetze nötig. Heute haben jene 14 Chaoten, die letzten Sonntag vorübergehend ver-haftet wurden, im Letzigrund wieder freien Zutritt. Denn die Polizei darf ihre Personalien nicht an den Stadionbetreiber weitergeben. Das ist unhaltbar und muss so schnell wie möglich geändert werden.