Der Kommentar: Steve Jobs und Steve Wozniak waren Hippies, als sie das Computerunternehmen Apple vor bald 40 Jahren gründeten. Aus der Garagenbude, die 1997 beinnahe pleiteging, ist längst die wertvollste Firma der Welt geworden, mit einer Börsenkapitalisierung von sagenhaften 540 Milliarden Dollar.

Diese Position ist in Gefahr. Schleppende Verkäufe des iPhone 6s werden im laufenden Jahr zu einem Umsatzrückgang führen. Die Firma wird im Herbst ein neues Handy auf den Markt werfen. Doch ein iPhone allein wird die Wachstumsschwäche nicht beseitigen. Um den Aktienkurs in neue Höhen zu treiben, bräuchte Apple etwas radikal Neues.

Gestern wurde bekannt, dass der Konzern seine Fühler Richtung Virtual Reality ausstreckt. Er habe viele Jungfirmen aufgekauft und zahlreiche neue Ingenieure eingestellt, schrieb die «FT». Ob Apple damit eine Massenhysterie entfachen kann, wie beim iPhone? Nicht alles, was sich Ingenieure ausdenken, wird von den Konsumenten auch gewollt. Apples Weg an die Spitze ist gesäumt von zahllosen Entwicklungsleichen.

Selbst wenn das nächste grosse Ding nicht kommt – Apple geht nicht unter. Eine Milliarde Menschen nutzen täglich ein iPhone. Die Kundschaft erweist sich als erstaunlich treu. Macht Apple keine Fehler, wird noch lange Geld sprudeln. Analysten rechnen mit Einnahmen von 60 Dollar pro Kunde. Das macht 60 Milliarden Dollar pro Jahr. Es mag sein, dass Apple eines Tages nicht mehr die teuerste Firma der Welt ist. Schlimm wäre das nicht. Apple stiess einst Microsoft vom Thron. Gründer Bill Gates dürfte sich kaum daran gestört haben. Er ist immer noch der reichste Mann des Planeten.

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