Der Kommentar: Man stelle sich vor, das Bundesstrafgericht hätte Behring freigesprochen. Dies nicht aufgrund seiner Unschuld, sondern mangels nachgewiesener Schuld durch die Bundesanwaltschaft. Oder weil es die Alleintäter-These als unhaltbar erachtete. Oder weil es zum Schluss gekommen wäre, der Angeklagte sei ungenügend verteidigt worden, was dieser behauptet. Ein solches Urteil hätte das Justizsystem in seinen Grundfesten erschüttert.

Wäre ein Freispruch «nur» eine Ohrfeige für die Bundesanwaltschaft, die nicht in der Lage war, Behrings obstruktives Verhalten durch ein straffes Verfahren in Zügel zu legen, so hätte ein solcher vielleicht einen heilsamen Schock bewirkt. Denn falls die Ermittler nun im Umkehrschluss meinen, das Urteil sei eine Bestätigung ihrer Arbeit, liegen sie falsch.

Kritisch wäre ein Freispruch für das ganze System geworden, weil dem Urteil des Bundesstrafgerichts unzählige Zwischenurteile vorweggegangen sind. Sowohl das Bundesstrafgericht als auch das Bundesgericht hatten zu allen strittigen Punkten Eingaben und Beschwerden zu beurteilen. Wäre die Anklage gescheitert, hätte dies bedeutet, dass die prozessleitenden Instruktionen, die mit diesen Zwischenurteilen verbunden sind, ihre Wirkung völlig verfehlten. In welche Vertrauenskrise die Justiz damit gestürzt wäre, möchte man sich nicht ausdenken.

So betrachtet, konnte das Bundesstrafgericht zu keinem anderen Urteil kommen. Wenn nun Behring daraus seine Unschuld schliessen sollte, liegt er wiederum falsch.

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