Der Kommentar: Nächste Woche wird die Credit Suisse ihre Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Die Woche darauf legt die UBS Rechenschaft über das abgelaufene Quartal ab. Es ist davon auszugehen, dass beide Grossbanken enttäuschen werden. Besonders im Investmentbanking lassen die Vorgaben von US-Konkurrenten auf eine bescheidene Ausbeute schliessen. Aber auch das Private Banking dürfte durchzogene Ergebnisse liefern.

Daher werden die Konzernchefs von UBS und Credit Suisse einmal mehr das Mantra des Kostensparens herunterbeten. Nach dem Investmentbanking, das bereits arg zusammengestutzt wurde, legen die Grossbanken nun die Axt beim Private Banking an. Prozesse werden entschlackt, unterstützende Abteilungen wie das Personalwesen in Billiglohnländer verschoben – das Wort der Industrialisierung macht die Runde.

Die Sparübungen sind unumgänglich. Die Banken müssen allerdings deutlich mehr tun, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Doch vielen Bankchefs scheint eine klare Strategie zu fehlen, wie sie sich unter den rapide verändernden Rahmenbedingungen behaupten wollen. Selbst wichtige strategische Weichenstellungen werden an den Bund delegiert.

Als Beobachter des Schweizer Finanzplatzes wird man das Gefühl nicht los, dass die Finanzbranche zu sehr damit beschäftigt ist, Wunden zu lecken und vergangenen Zeiten nachzutrauern. Und immer noch nicht verstanden hat, dass sie sich mit aller Kraft für eine zukunftsgerichtete Finanzplatzstrategie einsetzen muss, wenn sie in diesem Land in Zukunft eine Rolle spielen will.

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