Es ist nicht das erste Mal, dass die offizielle Schweiz Signale aussendet, welche auf dem internationalen Finanzmarkt einschlagen. Vor eineinhalb Jahren war es der frischgebackene Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), welcher die Anleger verschreckte. Im Sommer 2012 formulierte Thomas Jordan eine deutliche Aufforderung an die Credit Suisse, ihr Eigenkapital aufzustocken. Die Folge war, dass die Grossbank 10 Prozent des Börsenwertes einbüsste.

Vor wenigen Wochen traf es die UBS. Die Finanzmarktaufsicht unter der Leitung von Patrick Raaflaub verknurrte die Bank zu einem Aufschlag von 50 Prozent bei den risikogewichteten Aktiven. Die Finanzmärkte nahmen Reissaus, die Kurse der Grossbank sackten sieben Prozent ab. Und letzte Woche eben Finanzministerin Widmer-Schlumpf.

Ein ranghoher Grossbanker sagt, dass man im Ausland die Kommunikation der schweizerischen Behörden nicht verstehe. «Kollegen an den Spitzen von anderen Finanzinstituten fragen mich, was bei euch in der Schweiz nur los ist?», sagt er. Im Ausland, so sieht es der Topbanker, würden die Behörden nicht derart schroffe, im höchsten Mass börsenrelevante Signale aussenden.

Doch auch die Banker haben ihren Anteil am Debakel. In den Augen vieler Politiker haben sie nichts gelernt aus der Krise. Obwohl sich die Börsenkurse mehr als halbiert haben und die Gewinne nicht annähernd so stark sprudeln wie in früheren Zeiten, schütten sie sich nach wie vor exorbitante Millionengehälter aus. Das hilft nicht, das zerstörte Vertrauen zu kitten.

Behörden, Politik und die Banken müssen nicht Freunde werden wie im Ancien Régime vor der Finanzkrise. Aber es wäre hilfreich, sie würden besser zusammenarbeiten.

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