Der Kommentar: Das Durchgreifen der Finma überraschte viele, denn das, was die Bank Coop getan hatte, galt lange als besseres Kavaliersdelikt. Unter dem Deckmantel des Handels für Kunden wurden Kurse gesteuert. Vor der Bank Coop wurde zuletzt deren Muttergesellschaft, die Basler Kantonalbank, gerügt. Sie hatte Millionen aufgewendet, um Genussscheine aufzukaufen, die keiner mehr wollte. Und bei der Valiant stützten Banker einst den Börsenkurs, um ihre eigenen Boni zu mehren.

Verglichen mit dem Fall Valiant, waren die Tricksereien der Bank Coop harmlos. Und saublöd. Warum manipulierte die Bank den eigenen Aktienkurs, wenn sie – wie behauptet – noch nicht mal einen Nutzen daraus zog? Vielleicht handelte Bankchef Waespi aus falsch verstandener Sorge um die eigenen Kunden. Viel eher aber wohl aus Eitelkeit.

Interessant ist, in welcher Offenheit die Finma heute sanktioniert. Früher wurde in einem solchen Fall der leise Abgang nahegelegt. Niemand erfuhr, was den Missetätern angedroht wurde. Was wäre mit Marcel Ospel passiert, wäre er bei der UBS nicht abgetreten? Wo wäre Hans Rudolf Matter, hätte er bei der BKB nicht den Abgang gewählt? Im Fall Andreas Waespi liegen die Karten auf dem Tisch. Das ist gut.

Der frühere UBS-Banker Mark Branson hat am Fall Waespi gezeigt, dass er die Seite definitiv gewechselt hat. Die Vorwürfe, er könnte die früheren Kollegen aus der Zunft schonen, dürften damit langsam verstummen. Die Bank Coop war aber eigentlich erst ein Testfall. Spannend wird sein, wie Branson mit den grossen Fischen umgehen wird.

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