Dass sich die mächtigsten Männer Welt in Bern die Klinke in die Hand geben, ist Balsam auf das lädierte Selbstbewusstsein der Eidgenossen. Die herablassenden Ausfälle deutscher Finanzminister gegenüber der Schweiz und ihren Schwarzgeld-Banken sowie die an kollektive Selbsterniedrigung grenzenden Bittgänge nach Brüssel in Zusammenhang mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative haben das Selbstwertgefühl strapaziert.

Dass Bern mit den beiden mächtigsten Männern dieser Welt am Tisch sitzt, überrascht nur auf den ersten Blick.
Unser Land gilt mit seinen 8,4 Millionen Einwohnern zwar als Zwerg unter Riesen, doch in wirtschaftlichen Belangen ist es das nicht. Die Grösse des Bruttoinlandsprodukts ist mit mittelgrossen Staaten vergleichbar. Der Franken ist eine der wichtigsten Währungen überhaupt.

Die Potenz der hiesigen Unternehmen ist ebenfalls beachtlich: Schweizer Unternehmen beschäftigen in den USA 450 000 Personen. Wir sind der sechstgrösste Direktinvestor im Ami-Land.
Umgekehrt bieten US-Firmen lediglich 88 000 Arbeitsplätze in der Schweiz. Angst oder gar Kuschen vor Donald Trump und seiner «America First»-Politik ist fehl am Platz. Google ist nach Zürich gekommen, weil das Unternehmen hier Zugang zur besten technischen Universität in Kontinentaleuropa hat.

Unterwürfigkeit ist auch gegenüber China fehl am Platz. Xi Jinping will sein Land durch Innovationen an die Weltspitze bringen. Das Freihandelsabkommen mit der Schweiz dient ihm für diesen Zweck. Umgekehrt hat das Abkommen der Schweiz bisher nur wenig gebracht. Der Bundesrat sollte der chinesischen Seite ein paar kritische Fragen dazu stellen.

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