Der Kommentar: Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg und lassen die Mieten steigen. Ausländer rasen auf den Strassen und plündern unsere Sozialwerke. Ausländer sind schuld, dass die Kinder in der Schule weniger lernen. Ausländer lassen den Energieverbrauch in der Schweiz so stark ansteigen, dass wir gar ein neues Atomkraftwerk brauchen. Ausländer sind schuld an den überfüllten Zügen. Und wenn noch mehr Ausländer kommen, geht unsere Umwelt ganz kaputt.

Beachtlich, für wie viele Probleme in der Schweiz die Ausländer die Schuld tragen. Sie werden aber längst nicht mehr nur an Stammtischen zu Sündenböcken gemacht – die Zuwanderungsthematik bestimmt mittlerweile einen grossen Teil der öffentlichen Debatten. Da darf es nicht erstaunen, dass in dieser aufgeheizten Stimmung die Hemmschwelle für rassistische Übergriffe sinkt.

Dass in einem Zuwanderungsland wie der Schweiz immer wieder neue Konflikte entstehen, ist logisch. Auch wurden Schwierigkeiten bei der Integration unterschätzt. Doch deshalb die Ausländer kollektiv schuldig zu sprechen, ist zu billig.

Der Rassismusbericht erinnert uns daran, wie viele Bürger – ob mit oder ohne Schweizer Pass – unter dieser zunehmenden Fremdenfeindlichkeit leiden. Und daran, wie wenig Hautfarbe, Nachname und Dialekt letztlich über einen Menschen aussagen.

Wenn die Ausländer aber schuldig sein sollen, dann ganz sicher daran, dass die Schweiz in sehr vielen Bereichen noch so gut funktioniert. Denken Sie doch auch daran, wenn Sie das nächste Mal mit Shaqiri und Mehmedi jubeln.