Der Kommentar: Nicht Widmer-Schlumpf oder Schneider-Ammann, sondern «Shadow» und «Chelmers» schafften es als Thema der Woche in die «Arena». Delfin-Haltung statt Sessel-Tanz. Beckenlagune statt Bundeshaus. Von der SF-Redaktion angekündigt als Debatte «nicht nur über die sensiblen Meeressäuger, sondern auch über die Tierhaltung ganz allgemein in der Schweiz». Trotzdem blieb es bei der zentralen Frage: Wie sinnvoll sind Delfin-Shows in der heutigen Zeit noch? Die Antwort müsste allen klar sein, die je eine Vorstellung gesehen haben: Sie sind weder sinnvoll noch nötig und schon gar nicht mehr zeitgemäss.

«Die Schweiz darf sich rühmen, als einziges Binnenland Europas Delfine zu besitzen.» Dieser Satz stammt ebenfalls von den TV-Machern, allerdings vom 2. Juli 1965. «Sindbad» und «Skipper», wie die aus den USA eingeflogenen Delfine damals hiessen, würden sich im Kinderzoo Rapperswil «recht heimisch fühlen», so der Kommentator in dem Schwarz-Weiss-Film. Ohne ein Meeresbiologe zu sein, kann diese Aussage getrost infrage gestellt werden. Die besten Zeugen sind jene, die selber mit Delfinen gearbeitet haben. Wie Graziella Blatter Bianca oder Ric O’Barry, der legendäre Trainer für die TV-Serie «Flipper». Beide erzählen glaubwürdige Schauergeschichten über die Delfin-Haltung.

Sind Sie je mit einem guten Gefühl aus einer solchen Show herausgelaufen? Mir reichte einmal vollkommen. «Ein Gestörter vergiftet unsere Delfine», sagte Mitbesitzerin Nadja Gasser im «Blick». Natürlich muss aufgeklärt werden, wie die Tiere zu Tode kamen. Aber die Connyland-Chefs – allen voran Roby Gasser, der sich aus der Verantwortung stiehlt – unterschätzen, dass es jetzt auch darum geht: Lebten «Shadow und «Chelmers» in «einem Paradies», wie die Connyland-Werbung glauben machen will? Nein. Delfine gehören ins Meer, nicht in eine künstliche Lagune im Thurgau.

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