Der Kommentar: Wovon träumen junge Schweizerinnen und Schweizer? Seit Jahrzehnten zeigen Umfragen dasselbe Ergebnis: Der Wunsch nach einem eigenen Haus steht, nebst jenem nach einer glücklichen Familie, ganz oben. 80 Prozent wollen später mal in einem eigenen Haus wohnen. Doch allmählich können sich nur noch Erben und Grossverdiener ein eigenes Haus leisten. Und das trotz rekordtiefer Hypozinsen.

Das Problem betrifft nicht mehr nur Lagen in Zug oder rund um den Zürichsee, wo Einheimische mit normalen Berufen schon lange keine Chance mehr haben, Wohneigentum zu erwerben (es sei denn, sie könnten das Haus ihrer Eltern übernehmen). Inzwischen kostet gemäss Wüest&Partner auch ein Einfamilienhaus im Zürcher Limmattal, also in der klassischen Agglomeration, im Durchschnitt mehr als 1 Million Franken. Um das zu finanzieren, muss man etwa 300000 Franken auf der Seite haben und mindestens 10000 Franken im Monat verdienen. Wer kann sich das leisten?

Im Land mit dem breitesten und wohlhabendsten Mittelstand der Welt stimmt etwas nicht mehr, wenn dieser kein Haus mehr kaufen kann – es sei denn im abgelegenen Hinterland weit weg von da, wo man aufgewachsen ist oder arbeitet. Das Problem und seine vielfältigen Konsequenzen – von der individuellen Familienplanung bis zur landschaftlichen Zersiedelung – werden noch viel zu wenig erkannt. Wollen wir wirklich ein Land, in dem sich nur eine reiche Minderheit ihren Wunschtraum erfüllen kann?

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