Die Nachricht:
Amerikanische Forscher wollen das komplette menschliche Genom künstlich erstellen.

Der Kommentar:
Sie wollten nur einzelne Zellen herstellen und keine ganzen Menschen. Wann immer es News gibt von der Genetik-Forschung, ist irgend so ein beruhigender Satz dabei. Doch die Forschung schreitet ungebremst voran. Vor zehn Jahren konnte das menschliche Genom erstmals «gelesen» werden, jetzt wollen es die Forscher selber «schreiben» können. Es ist anzunehmen, dass ihnen das irgendwann gelingt. Die Gesellschaft versucht, Schritt zu halten und diskutiert über moralische Grundsätze. Die Justiz versucht, Schritt zu halten und muss dabei mit Gesetzen Recht sprechen, die der aktuellen Forschung weit hinterherhinken.

Dabei ist eigentlich klar: Aufzuhalten ist die Forschung am menschlichen Grund-Bausatz nicht. Wo etwas verboten wird, macht irgendeiner im Geheimen weiter. Zu gross ist offenbar die Versuchung für den Menschen, immer mehr zu wissen und das Wissen auch anzuwenden. Was möglich wird, wird gemacht. Sogar wenn es um die eigene Spezies geht. Deshalb hoffen wir in unserer Hilflosigkeit und Angst vor den grenzenlosen Möglichkeiten, dass die Forscher vielleicht halten, was sie versprechen und wirklich nicht mehr wollen, als kranke Menschen gesund zu machen. Die oben genannten amerikanischen Forscher werden das Genom wohl nur abschreiben können, ohne es zu verstehen. Aber andere kommen und forschen weiter.

Erschreckend ist die Vorstellung nur für uns jetzige Erdenbürger mit den aktuellen Ethikvorstellungen. Denn auch diese ändern sich kontinuierlich. Wenn erschaudern, dann vor der Vorstellung, dass Menschen, die von Menschen geschaffen wurden, eines Tages ganz selbstverständlich sein könnten.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper