Die Nachricht: Diese Woche beginnt der Genfer Auto-Salon. Noch dominieren VW, Mercedes, Toyota & Co. Aber sind es künftig Apple und Google?

Der Kommentar: Apple, kann man allerorten lesen, will ein Automobil bauen. Ein ganz besonders smartes, das selber fahren kann und – wie die Tesla – wohl über zusammengekoppelte Handy-Batterien betrieben wird. 1000 Auto-Ingenieure habe das amerikanische Unternehmen angestellt, in vier Jahren könnte es so weit sein.

Gemach. So schnell wird es nicht gehen, auch Apple und sein Konkurrent Google, der ähnliche Pläne hegt, können nicht zaubern. Die Entwicklung eines neuen Autos dauert immer noch mindestens vier Jahre – wenn man schon einen Vorgänger als Basis hat. Das braucht Erfahrung und Ressourcen: Daimler-Benz beschäftigt bald 20 000 Ingenieure. Die chinesischen Autohersteller, nicht komplett unbegabt im Kopieren, versuchen seit 20 Jahren, mit den etablierten Marken in Konkurrenz zu treten – ohne Erfolg. Zu komplex ist das Automobil geworden, Bereiche wie Antrieb und Fahrwerk lassen sich nicht einfach so zukaufen, die Sicherheit lässt sich nicht im Internet bestellen.

Tesla! Die haben es doch auch geschafft! Nun denn: Tesla ist seit 2003 im Geschäft, der ganz grosse Wurf ist bisher noch nicht gelungen – und wie viel Geld, also: Wie viele Milliarden Dollar in diesen Jahren verbrannt wurden, weiss wohl nur Gründer Elon Musk. Es gibt keinen Grund für Apple und Google, sich auf ein Geschäft einzulassen, von dem die Unternehmen keine Ahnung haben – und in dem es ohnehin keine fetten Gewinne mehr zu machen gibt. Was aber denkbar ist: Dass Apple und Google sich bei einem bekannten Hersteller einkaufen – und dann mithelfen, das Auto in ein rollendes Smartphone zu verwandeln. Nur, wer braucht das? Das Smartphone selber kann ja schon alles, man kann damit sogar telefonieren.

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