Der Kommentar: Es ist ein verheerendes Signal für die Grossbanken in der Schweiz: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf will UBS und Credit Suisse künftig dazu verpflichten, massiv mehr Eigenkapital zu halten. Konkret schwebt der Politikerin vor, dass die Banken ihre Aktiven mit 6 bis 10 Prozent Eigenkapital unterlegen müssen. Bei einer Bilanzsumme von je 1000 Milliarden Franken müsste jede Bank bis zu 100 Milliarden Eigenkapital halten. Heute kommen sie auf 38,1 (CS) beziehungsweise 44 Milliarden Franken (UBS). Die Kapitallücke zu füllen, ist aussichtslos.

Die Bundesrätin sagt, dass sie den Banken nicht vorschreiben will, wie sie ihr Geschäft zu betreiben haben. Aber mit ihrer Forderung nach einer noch dickeren Eigenkapitaldecke setzt sie die Messlatte so hoch, dass die Schweizer Grossbanken gezwungen werden, sich vom Investmentbanking zu trennen. Bereits heute müssen die Grossbanken die strengsten Eigenkapitalrichtlinien der Welt einhalten. Mehr Sicherheit lässt sich nicht mehr durch noch mehr Eigenkapital erkaufen.

Die Schweizer Grossbanken haben grosse Fehler gemacht und viel Geld und noch viel mehr Vertrauen verspekuliert. Wir müssen UBS und CS nicht mit Samthandschuhen anfassen. Doch sie können erwarten, dass die Spielregeln der Politik verbindlich und international eingebettet sind. Widmer-Schlumpf schickt sich an, eine Politik zu betreiben, die auf die Vernichtung eines ganzen Wirtschaftszweigs abzielt. Das ist Anti-Industrie-Politik. Das gab es noch nie in der Schweiz.

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