Die permanente Verfügbarkeit führt zu mehr Stress. Die deutsche Familienministerin Kristina Schröder findet, dass Smartphones zu einer «gefühlten Dauerverfügbarkeit» verleiten, die nicht mehr gesund sei. «Viele von uns schalten im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr ab», sagte die Ministerin. Sie forderte einen arbeitsfreien Sonntag und löste damit eine Debatte aus. Inzwischen haben grosse deutsche Unternehmen begonnen, Schonzeiten für Mitarbeiter einzuführen. Bei VW etwa werden 30 Minuten nach Dienstschluss keine E-Mails mehr auf Blackberrys geleitet. Selbstverständlich auch an Ostern nicht.

Werden wir langsam handy-krank? Eine Studie aus Schweden legt dies nahe. Forscher in Göteborg haben herausgefunden, dass Menschen im Alter von 20 bis 24, die das Internet und Mobiltelefon intensiv anwenden, häufiger an Schlafstörungen, höherem erlebtem Stressniveau und psychischen Krankheiten wie Depressionen, permanenter Unruhe und Angst leiden. In Deutschland wünschen sich bereits 26 Prozent in eine Zeit vor dem Mobiltelefon zurück.

Harvard-Professor und Psychiater George E. Vaillant sagt in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung», dass das Internet unser Gehirn verändere. Den Preis würden wir erst in ein paar Jahren kennen. «Meine Tochter verschwindet regelmässig hinter ihrem iPad-Vorhang. Das ist eine neue Art des Autismus.» Vaillant beschäftigt sich seit 1967 mit der Frage, wie Menschen ein erfülltes Leben gelingt. Er betreut die berühmte Grant-Studie, die seit 75 Jahren Absolventen der amerikanischen Elite-Uni begleitet. John F. Kennedy und der Una-Bomber Theodore Kaczynski nahmen an der Studie teil. Vaillant kommt zum Schluss, dass wahre Glückseligkeit in der echten und tiefen Bindung mit anderen Menschen liegt.

Zeit, das Smartphone wegzulegen -- und Eier suchen zu gehen.

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