Wir müssen uns fragen, weshalb wir eigentlich mit grosser Mehrheit für die Minder-Initiative gestimmt haben. Sie scheint total überflüssig zu sein, da die Aktionäre wissen, was sie wollen. Was sich geändert hat, ist, dass die ernsthaften Aktionäre auf Polemik nicht mehr hereinfallen, eine weitere Errungenschaft der Transparenz. Wenn ein Unternehmen die Gewinnerwartungen erfüllt und der Aktienkurs steigt, scheinen die Aktionäre kein Problem mit einer hohen Managementbezahlung zu haben.

Die Resultate zeigen uns auch, wie unsinnig und rein politisch motiviert eine Zustimmung zur 1:12-Initiative wäre, denn sie würde einer Bevormundung der Aktionäre gleichkommen. Das ist anders als bei der Minder-Initiative, wegen der kein Unternehmen so schnell die Schweiz verlässt. Bei einer Zustimmung zur 1:12-Initiative müssten und würden einige Unternehmen wegziehen, und das wäre ein hoher politischer Preis.

Unsere Grossbanken haben sich sehr schnell den neuen regulatorischen Massnahmen angepasst und gehören wieder zu den am besten kapitalisierten Banken der Welt, leider nicht zu den profitabelsten, das sind ausschliesslich amerikanische Banken. Der Preis dafür war allerdings hoch. Es wurden Zehntausende von Arbeitsplätzen vernichtet.

Die Neugeldzuflüsse bei den Grossbanken waren erfreulich und lassen uns im Glauben, dass der Kundenverrat und die sogenannte Weissgeldstrategie keinerlei negativen Einfluss haben. Aber das täuscht, die Zuflüsse finden hauptsächlich ausserhalb der Schweiz statt und favorisieren die grösseren Banken. Das inländische Bankgeschäft leidet unter der jüngsten Vergangenheit.

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