Das Bankgeheimnis soll abgeschafft werden. Nach den Querelen, Anklagen und Strafen, mit welchen die Banken in den letzten Jahren zu kämpfen hatten, werden sie wohl frohen Herzens zustimmen.

Das Bankgeheimnis gegenüber ausländischen Steuerpflichtigen konnten wir bekanntlich seit Jahren nicht mehr aufrechterhalten. Fragt sich nur, weshalb der Bundesrat es so kurz vor Torschluss gegenüber den USA noch zu verteidigen versucht und bereit ist, uns das Milliarden kosten zu lassen und zudem noch schnell Bankmitarbeiter ans Messer liefern will?

Würden die USA noch ein bisschen warten, könnten sie alle Kundendaten haben, uns andererseits aber vielleicht nicht mehr mit Milliarden erpressen. Bis dahin werden wir auch endlich eine Lösung für den automatischen Informationsaustausch mit der EU gefunden haben.

Der Plan, das Bankgeheimnis abzuschaffen, ist verständlich, denn in der heutigen Welt wird es Technologie sei Dank bald keine Geheimnisse mehr geben und auch kein Verständnis dafür. Wir mögen glauben, dass das eine traurige Entwicklung ist, aber es wird nichts daran ändern, dass der Trend unaufhaltsam ist.

Die Beweise sind vielfältig und gehen von gestohlenen Daten-CDs bis zu Verrat. Erst dieser Tage konnten wir wieder erleben, wozu ein Mensch bereit ist, um mittels eines möglichst grossen Geheimnisverrats berühmt zu werden, ungeachtet der drastischen Konsequenzen für sein eigenes Leben und das Leben anderer. Sie werden als «Whistleblower» von den Medien angefeuert und bezahlt. Eine unschöne Zukunft, in der Gesetzesbrecher verherrlicht werden

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