Der Kommentar: Natürlich kann man sich eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen: Nachdem die Banken jahrelang mit den 10 Prozent gewedelt hatten, die zeigen sollten, wie unglaublich wichtig ihre Branche sei, kommen nun zwei Forscher und sagen, in Wahrheit seien es 4 Prozent.

Diese Veränderung sei ja nur auf dem Papier, könnte man nun argumentieren. Nur weil die Realität anders interpretiert wird, heisst das noch nicht, dass sie auch anders ist. Und so müssen auch die neuen Zahlen mit Vorsicht genossen werden.

Fakt ist aber: In der Vergangenheit haben die Bankiers mit den grosszügig gerechneten 10 Prozent stets auf ihre wirtschaftliche Bedeutung verwiesen und damit erreicht, dass ihnen die Politik immer wieder unter die Arme griff. Gesetze wurden mit Blick auf den Finanzplatz in die richtige Richtung gebogen, und gerade jetzt wieder kämpft der Bund mit viel Aufwand für Banken, die sich im Ausland ins Schlamassel geritten haben, weil sie die Gesetze in den Heimatländern ihrer Kunden zu lange als nicht relevant betrachtet haben. Immer hiess es, mit 10 Prozent der Schweizer Wertschöpfung könnten die Banken nicht ignoriert werden. Doch werden die Politiker weiter noch den 4 Prozent hinterherrennen, wenn schon die Transportbranche plötzlich eine höhere Wertschöpfung aufweist?

Die nun publizierten Zahlen mögen nicht das Ende der Weisheit sein. Sie sollten aber zum Anlass genommen werden, über Sinn und Bedeutung der Banken zu diskutieren. Oder darüber, wo die Banken Wertschöpfung generieren und wo sie lediglich die Wertschöpfung anderer abschöpfen.

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