Aus dem Konzern selber werden hinter vorgehaltener Hand Zahlen herumgeboten, die bei den Mitarbeitern Angst vor einer Entlassungswelle schüren. Es ist davon die Rede, dass konzernweit zehn Prozent eingespart werden müssten. Der Geschäftsbereich Schweiz/Deutschland erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 614 Millionen Schweizer Franken – allein hier würde das Sparvolumen also gut 60 Millionen Franken betragen. Dass eine solche Summe nur mit Entlassungen realisiert werden kann, leuchtet ein.

Nicht gerade zur Beruhigung des Personals beigetragen hat einerseits eine Aussage von Ringier-CEO Christian Unger in der neusten Ausgabe des Wirtschaftsmagazins «Bilanz»: «Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung schauen wir uns unsere Möglichkeiten sehr genau an. Wir wollen in den nächsten drei Jahren in einer ähnlichen Grössenordnung unser Ergebnis verbessern (in den vergangenen drei Jahren senkte Ringier Kosten in der Höhe von 100 Millionen Franken, die Red.).

Dabei werden wir auch weitere Kostenreduktionen vornehmen, in allen Bereichen.» Andererseits stossen die Ringier-Angestellten in der Konzernzentrale immer wieder auf Mitarbeiter von OC & C, einer strategischen Beratungsfirma. Dass die Anwesenheit der Berater nichts Gutes bedeutet, ist für das Ringier-Personal längst eine Binsenwahrheit.

Mit der Frage konfrontiert , ob es zutreffe, dass der Ringier-Konzern linear zehn Prozent sparen wolle, antwortet Sprecher Edi Estermann: «Ringier überprüft die Effizienz seiner Geschäftsbereiche und diversen Beteiligungen konstant und konsequent. Im Rahmen unserer gruppenweiten Profitabilitätssteigerung prüfen wir zurzeit Möglichkeiten zur Verbesserung der Effizienz.» Ringier tue dies im Bestreben, «weiterzuwachsen und zu diversifizieren». Und so zur attraktiven Braut für den deutschen Springer-Verlag zu werden? Dazu sagte Estermann nichts.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!