Der Zürcher Verlag Kein & Aber hat ein neues prominentes Verwaltungsratsmitglied. Wie in der Branche bereits kolportiert wurde, hat die Generalversammlung im Juni den Schauspieler und Fernsehmoderator Viktor Giacobbo ins Gremium gewählt. Diese Woche wurde er im Handelsregister eingetragen.

Giacobbo ist bereits seit einem Jahr Aktionär der Kein & Aber AG, wie Unterlagen zeigen, die dem «Sonntag» vorliegen. Insgesamt besitzt er Anteile mit einem Nennwert von 200 000 Franken.

Er kenne Giacobbo schon seit langem, sagt Verleger und Firmengründer Peter Haag. «Viktor ist ein grosser Leser und guter Sparringpartner.» Und er wisse, was es heisse, einen nicht subventionierten Kulturbetrieb zu leiten. Giacobbo führt das von ihm gegründete Winterthurer Casinotheater.

Giacobbo ist nicht der einzige Prominente im Aktionariat des Verlags. Präsidiert wird Kein & Aber von Fernseh-Talker (und Giacobbo-Parodien-Opfer) Roger Schawinski, zu den Aktionären gehören unter anderem «Schweizer Familie»-Chefredaktor Daniel Dunkel oder die Ärztin Brida von Castelberg. Dies geht aus Firmenunterlagen von Ende 2011 hervor. Die grössten Aktionäre waren damals Schawinski sowie die Winterthurer Volkart Holding mit je einem Drittel der Aktien. Giacobbo besass 5 Prozent der Aktien, Verleger Haag 11 Prozent.

Der Verlag hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder über Kapitalerhöhungen Geld besorgt. Insgesamt sechsmal wurden seit der Gründung 1992 Aktien ausgegeben. «Wir mussten immer wieder in die Expansion investieren», sagt Haag. «Ich wollte nie einfach nur einen Kleinverlag gründen.»

Zudem scheint der Verlag immer wieder rote Zahlen geschrieben zu haben. 2007 etwa resultierte ein Minus von fast einer Million Franken, wie aus GV-Protokollen hervorgeht. Zudem stand da bereits ein ähnlich hoher Verlustvortrag aus den Vorjahren in der Bilanz. Gemäss dem Auskunftsdienst Teledata wurde Kein & Aber in den Jahren zuvor regelmässig betrieben. Schawinski half dem Verlag, der kurz zuvor sein Buch «Medienfalle» herausgebracht hatte, damals mit einer Finanzspritze aus der Klemme. Er zahlte im Rahmen einer Kapitalerhöhung 1,8 Millionen Franken ein.

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