VON FELIX STRAUMANN

Bei den meisten Menschen verblasst die Erinnerung an die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York, die sich am kommenden Freitag zum achten Mal jähren. Nicht so bei Zehntausenden Direktbetroffenen: Die zusammenstürzenden Gebäude, sterbenden Menschen und giftigen Staubwolken machen ihnen bis heute zu schaffen.

Sie leiden immer noch unter gesundheitlichen Beschwerden, besonders unter Asthma und psychischer Traumatisierung. Hochrechnungen gehen davon aus, dass von den mehr als 400 000 Menschen, die während der Ereignisse vor Ort waren, rund 25 000 Erwachsene unter Asthma und über 60 000 unter einer psychischen Traumatisierung leiden.

Bemerkenswert ist dabei: Das Leiden hat über die Jahre nicht etwa ab-, sondern zugenommen, wie eine kürzlich veröffentlichte Langzeituntersuchung der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC zeigt. «Viele Studien haben in den ersten drei Jahren Atemwegserkrankungen und psychische Beschwerden als Folge der Anschläge beobachtet», schreiben die Forscher in der im «Journal of the American Medical Association» veröffentlichten Studie.

«Die Langzeitfolgen für die Gesundheit waren bislang unklar.» Um diese Lücke zu schliessen, befragten die Mediziner in den Jahren 2006 und 2007 knapp 50 000 direkt betroffene Helfer, Anwohner, Büroangestellte und Passanten zu ihrer psychischen und körperlichen Gesundheit.

Mehr als 10 Prozent der Befragten entwickelten in den Jahren nach den Anschlägen Asthma. Am meisten betroffen waren Helfer, von denen jeder achte an der Atemwegserkrankung litt. Das Risiko der Betroffenen stieg umso stärker, je mehr sie der Staubwolke aus den Trümmern des World Trade Center ausgesetzt waren.

Die Zahl der von einem Arzt diagnostizierten Asthmafälle war im Vergleich zu einer Vorgängerstudie aus den Jahren 2003 und 2004 gestiegen. Allerdings hat die Häufigkeit von Asthmasymptomen nicht zugenommen.

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