VON MARTIN AMREIN

Katzen sind die beliebtesten Haustiere der Welt: Jeder vierte Schweizer Haushalt besitzt einen Stubentiger, mehr als 600 Millionen Katzen leben weltweit mit Menschen zusammen. Seit Jahrtausenden sind die anmutigen Vierbeiner Teil unserer Gesellschaft, dabei liefern sie weder Wolle noch Milch, und für Wachaufgaben taugt ihre gelassene Art schon gar nicht.

Neue Erkenntnisse der Archäologie und der Genetik zeigen, weshalb Katzen trotzdem den Weg in unsere Wohnzimmer gefunden haben. Weiter beweisen sie, dass die alten Ägypter nicht die Ersten waren, die Katzen als Haustiere hielten.

Den wirklichen Ursprung der Hauskatze zu finden, war eine aufwändige Angelegenheit. Zwar war schon länger klar, dass sie von der Wildkatze abstammt. Das sagt aber wenig über ihren Herkunftsort aus, denn das Verbreitungsgebiet der Wildkatzen reicht um die halbe Welt: von Schottland bis nach Südafrika, von Spanien bis in die Mongolei. Erst seit kurzer Zeit lassen genetische Analysen genauere Schlüsse zu.

Britische Wissenschafter haben in Südafrika, Kasachstan, in der Mongolei und im Nahen Osten DNA-Proben von 979 wilden und gezähmten Katzen gesammelt. Dabei behilflich war der Biologe Andrew Kitchener vom schottischen Nationalmuseum in Edinburg.

«Wir nahmen an, dass sich die genetischen Anlagen der Wildkatzengruppen von Gebiet zu Gebiet unterscheiden, am jeweiligen Ort aber seit langer Zeit relativ stabil geblieben sind», sagt Kitchener.

Wildkatzen seien an ihre Territorien angepasst, weshalb ein Gen-Austausch zwischen den verschiedenen Populationen kaum vorkomme. Um herauszufinden, wo die Domestikation der Katze begann, mussten Kitchener und seine Kollegen nun klären, ob das genetische Profil der Hauskatzen mit dem einer wilden Population übereinstimmt.

Bald zeichneten sich im genetischen Fundmaterial fünf verschiedene Abstammungslinien ab. Vier davon entsprachen den bekannten Unterarten der Wildkatze in Europa, China, Zentralasien und Südafrika.

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