Die beste Fussball-Liga der Welt beginnt dieses Wochenende. Heute steht bereits der erste Knaller auf dem Programm. Arsenal empfängt in der Premier League den FC Liverpool.

Diese Partie wollen sich auch unzählige Schweizer Fans nicht entgehen lassen. Für sie könnte es eine böse Überraschung geben. Denn während in den letzten Jahren die Premier-League-Spiele immer beim Pay-TV-Anbieter Teleclub zu sehen waren, bleibt die Mattscheibe dieses Wochenende schwarz. Die Exklusivrechte für die deutschsprachige Schweiz liegen erstmals nicht mehr bei der Swisscom-Tochter, sondern bei «Dazn», einem Streaming-Angebot der englischen Perform Group. «Dazn» startete diese Woche in der Schweiz. Für 13 Franken im Monat bietet der Dienst neben Spielen der Premier League auch solche der US-Basketball- und Football-Profiligen. Auch die Exklusiv-Rechte an der spanischen Fussball-Topliga hält «Dazn» neu für die Deutschschweiz.

Nun gerät Teleclub in die Kritik. Der Pay-TV-Anbieter scheint von der Konkurrenz überrumpelt. Bisher hielt es Teleclub nicht für nötig, seine Kunden über den Verlust der beiden Top-Ligen zu informieren. Im Internet laufen Kunden deshalb Sturm: «Peinlich» sei das Verhalten, schreibt etwa ein Kunde. Gegenüber dem «Beobachter» markiert eine Teleclub-Sprecherin einen harten Kurs: Der Verlust der Topligen genüge nicht, um aus dem Abo auszusteigen. Denn Teleclub behalte sich in den AGB vor, das Programmangebot zu ändern. Auf eine Anfrage der «Schweiz am Sonntag» reagierte Teleclub nicht. Am Freitag teilte das Unternehmen auf Facebook lediglich mit, man stehe «weiterhin in Verhandlungen». Tatsächlich bestätigt der Rechteinhaber Dazn, dass man mit Teleclub über eine Sublizenzierung spreche. Einzelne Partien könnten dann von Teleclub gezeigt werden. Das dürften aber kaum Topspiele sein – und ob es zur Einigung kommt, ist unklar.

Ein solches Verhalten sei äusserst kundenunfreundlich, sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). Die SKS prüfe ein Vorgehen gegen die aus ihrer Sicht missbräuchlichen AGB-Klauseln. Rechtlich gesehen, sei die Situation jedoch unklar. «Unserer Meinung nach braucht es ein Sonderkündigungsrecht, wenn der Vertrag einseitig so stark geändert wird», sagt Stalder.

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