Also wird weitergespart. Und anderswo genug verdient, um Tamedia-CEO Christoph Tonini mit einem 6-Millionen-Franken-Bonus zu belohnen. Der ebenso bescheidene wie knallharte Tonini gehört damit zu den bestbezahlten Managern unter den börsenkotierten Schweizer Firmen. Und Verleger Pietro Supino fühle sich «wohl damit», wie das eigene Blatt vermeldete.

Aus Leser- wie Bürgersicht drängen sich hingegen Fragen auf. 6 Millionen. Damit liessen sich 40 zusätzliche Journalistinnen und Journalisten finanzieren. Oder 3000 Hintergrund-Artikel von Freien, doppelt so gut und damit anständiger honoriert als heute. Toninis Bonus unterstreicht vor allem, wie irrelevant Journalismus bei Tamedia geworden ist.

Über eine Milliarde Franken hat der Konzern in den letzten zehn Jahren verdient. Und höchstens in Vertriebskonzepte für schnell konsumierbare Informationen in werberelevanten Auflagen investiert. Er habe keine Garantie von den Lesern, dass sie treu bleiben, sagte Tonini diese Woche. Aber warum sollten sie? Für Leser gibts ja nur noch Sparangebote. Und keinen Bonus.

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