Gemäss der Studie, die sich auf die Berichterstattung der zentralen Schweizer Leitmedien im Zeitraum von Januar bis August des laufenden Jahres bezieht, verfügt auch die FDP über ein mediales Übergewicht. Die Partei ist deutlich besser beachtet als die SP, obwohl die SP einen um 3,6 Prozent höheren Wähleranteil hat und entsprechend medial untervertreten ist. Im Vergleich von Medienresonanz und Wähleranteil schneidet ausserdem die BDP besonders schlecht ab, mit 5,4 Prozent Wähleranteil gegenüber 2,3 Prozent Medienpräsenz.

Der Tonfall der Berichterstattung ist bei allen Parteien negativ. Es variiert nur der Grad, wie die FOEG-Studie zeigt. Mit einem nur leicht negativen Wert schneidet die FDP am besten ab. Am stärksten negativ bewertet ist die SVP. «Die über den provokativen Stil generierte hohe mediale Aufmerksamkeit wird auf Kosten einer negativen Bewertung erkauft», folgern die Autoren der Studie. Ebenfalls stark negativ bewertet sind auch die Grünen, die GLP und die BDP, laut Studie aufgrund der vermuteten schlechten Wahlaussichten. Bei den Grünen wirke sich insbesondere der Skandal um Jolanda Spiess-Hegglin negativ aus, schreibt das FOEG.

Bei den Themen, mit welchen die Parteien mediale Aufmerksamkeit erreichen, schlägt die Migration mit 15,2 Prozent obenaus. Seit Ende Juni hat das Thema nochmals um 30,4 Prozent zugelegt. Ebenfalls zugelegt haben seit Juni die Themen Aussenpolitik und Sicherheit, jedoch auf tiefem Niveau. Das Thema EU hat durch die Diskussion um die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative an Gewicht gewonnen. Demgegenüber verlieren finanz-, umwelt- und sozialpolitische Themen stark an Resonanz. «Wichtige, institutionell verankerte Themen fallen so fast ganz unter den Tisch», schreiben die Wissenschafter. Gemeint ist beispielsweise die Reform der Altersvorsorge.

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