Ich bin ein grosser Fan der Sternstunde-Sendungen am Sonntagmorgen im Schweizer Fernsehen. Genauer: Ich bin ein grosser Fan der Sternstunde-Sendungen, seit ich sie nicht mehr am Sonntagmorgen schauen muss, sondern wann ich will, im Internet.

Immer, wenn mir wieder eine Sendung Erkenntnisgewinne verschafft, überweise ich in Gedanken 20 Franken Gebühren an die SRG. Bei Fr. 462.40 Billag Gebühren pro Jahr genügt es, wenn mich jede zweite Sternstunde-Sendung überzeugt, um die Kosten zu amortisieren.

«Die öffentlich-rechtlichen Sender sind nicht mehr notwendig», sagte RTL-Erfinder Helmut Thoma letzte Woche in einem Interview. Das Gegenteil ist wahr. Allerdings haben es die öffentlich-rechtlichen Sender selber in der Hand: Der Gebühren-Anspruch ist schnell verwirkt, wenn die Qualität nicht stimmt. Die SF-Informations-Sendungen haben bei mir diesbezüglich regelmässig gedankliche Gebühren-Rückbuchungen zur Folge.

Es sind die Sternstunden, die mich zum zufriedenen Gebührenzahler machen. An Weihnachten war der Schweizer Astronom Roland Buser zu Gast und hat mir neue Welten eröffnet. Erklärte mir die begrenzte Unendlichkeit des Weltalls. Eröffnete mir, dass die Zeit, würde man ganz nah an sie heranzoomen können, nichts Fortlaufendes ist, so wie wir sie wahrnehmen, sondern voller Sprünge und rückwärts laufenden Schlaufen.

Für mich als Medienkonsument darf das Schweizer Fernsehen solche Sendungen auf der Website gerne mit Texten und Bildern ergänzen und damit auch Einnahmen aus Online-Werbung generieren. Verleger-Proteste gegen die Online-Werbepläne der SRG sind erst dann angebracht, wenn wieder jede Zeitung anständige Wissen-Seiten produziert, die mir als Leser grosse und kleine Abenteuer im Kopf ermöglichen.

In diesem Sinne: Allen Leserinnen und Lesern ein gutes 2012 – Sternstunden inklusive!

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