Jahrelang haben Missen-Chef Christoph Locher und Mit-Inhaberin Karina Berger viel Geld verdient mit der Miss-Schweiz-Wahl. Dass diese jetzt am Ende ist, liegt daran, dass sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben. Die Miss-Schweiz-Organisation ist nur zu retten, wenn sie sich von ihrem verstaubten Image befreit. So könnte es funktionieren:

Internet statt klassisches TV. Lasst die neue Miss Schweiz über Facebook, Twitter und YouTube wählen! Es braucht keine aufwendig produzierte Fernseh-Show, um den Sponsoren eine Plattform zu bieten. Smartphones und Tablets wie das iPad bieten nicht nur den Nutzern, sondern auch den Machern und den Sponsoren extrem spannende Möglichkeiten. Die Klickraten werden die TV-Quoten alt aussehen lassen. Zumal die Fernseh-Zuschauerzahlen in den letzten Jahren ohnehin zurückgegangen sind und das TV-Publikum immer älter wird.

Neue Form der Kandidatinnen-Suche. Auch aus der Auswahl könnte eine spannende Internet-Story gemacht werden. Die Miss-Organisation eröffnet jeder Kandidatin ein Facebook-Fan-Profil, einen Twitter-Account und einen YouTube-Kanal. Bei der Miss-Wahl im Internet haben Sponsoren deutlich bessere Möglichkeiten, sich zu präsentieren, als je zuvor.

Präsentation der Kandidatinnen. Die Schönheiten haben zwei Monate Zeit, sich auf ihren Social-Media-Accounts zu präsentieren. Mit selbst gedrehten Handy-Filmchen, Tweets, Fotos und Meldungen. Lächerliche Bikini-Durchgänge, peinliche Wissensfragen oder die viel kritisierten Vorstellungs-Filmchen (vom SRF produziert) fallen weg. Jede Kandidatin hat es selber in der Hand, wie sie sich dem Leser/Publikum beispielsweise im Bikini oder Abendkleid präsentiert. Je aktiver und einfallsreicher eine Kandidatin ist, desto mehr Fans und Followers hat sie. Vize-Miss Xenia Tchoumitcheva beweist längst, wie das geht: Sie hat mehr als 52 000 Facebook-Freunde und 3800 Follower bei Twitter.

Das Missen-Camp wird gestrichen. Nur mit zusätzlichen Aktionen und Auftritten wie beispielsweise in Einkaufszentren präsentieren sich die Kandidatinnen während zwei Monaten immer wieder in der Öffentlichkeit. Die neue Miss wird ausschliesslich durchs Publikum gewählt – die Leitungen sind während der ganzen zwei Monate offen. Nichts von Schiebung in der Jury.

Am Tag X versammeln sich die Kandidatinnen zum Finale – an einem Ort, den der Hauptsponsor bestimmt. Karina Berger gibt bekannt, wer die neue Miss-Schweiz ist. Die Medienpartner übertragen die Krönung per Live-Stream.

Es wäre eine Revolution – aber auch die letzte Chance für die Miss Schweiz, einen nach wie vor starken „Brand“. Einen Versuch wäre es wert!

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