Keine andere Nachricht hat im vergangenen Jahr die Schweizerinnen und Schweizer so sehr bewegt wie der Fall Hildebrand: Am Tag des Rücktritts des Nationalbankchefs schauten fast 940 000 Zuschauer die «Tagesschau», die wichtigste Informationssendung des Schweizer Fernsehens (SRF).

Auch die Ausgaben in den Tagen davor waren Publikumsmagnete. Unter den zehn meistgesehenen «Tagesschau»-Sendungen waren drei, die sich hauptsächlich um Philipp Hildebrand und dessen Frau, die mit Währungen spekulierte, drehten. Daneben stiessen News um den Kampfjetkauf der Schweiz, das Busunglück im Wallis mit 28 Toten und der Schwarzgeldstreit der Schweiz mit den USA auf grosses Interesse.

Allgemein haben die Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren abgenommen, was vor allem daran liegt, dass immer mehr Schweizerinnen und Schweizer die SRF-Sendungen online und zeitverschoben anschauen. Diese Zugriffe auf die Podcasts der Sendungen werden in den Zuschauerzahlen-Statistiken bisher nicht erfasst.

Das grösste TV-Ereignis des Jahres 2012 war aber – wenig überraschend – der Final der Fussball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Weit über eine Million Zuschauer generierte der 4:0-Sieg der Spanier gegen Italien allein auf SRF 2. Auch sonst regierte im Sport König Fussball. Einzig die Männer- Skiabfahrten am Lauberhorn in Wengen (Platz 2) und am Hahnenkamm in Kitzbühel (Platz 8) mischen sich unter die Top-10-Sportereignisse.

Auffällig ist auch, dass vor allem die Spiele der italienischen Nationalmannschaft auf Interesse stiessen. Gut möglich, dass die zahlreichen Deutschland-Fans in der Schweiz die Spiele im deutschen Fernsehen mitverfolgten.

Im Unterhaltungs- und Kulturbereich war die Millionen-Gala des Schweizer Fernsehens «Swiss Awards» der Quotenhit: 800 000 Zuschauer verfolgten im Januar, wie Didier Cuche zum Schweizer des Jahres gekürt wurde. Die SF-Show des Jahres 2012 war «Die grössten Schweizer Talente». Keine andere Samstagabendsendung zog regelmässig so viele Zuschauer an, wobei vor allem die erste Sendung Rekordzahlen generierte – das entscheidende Finale zog vergleichsweise wenig Zuschauer in den Bann.

Auch die letzte Sendung von «Benissimo» hat erstaunlich wenig Zuschauer angezogen – es war bloss die zweitmeist gesehene «Benissimo»-Sendung im vergangenen Jahr. Aus dem Kulturbereich schaffte es lediglich die Premiere des Schweizer Films «Nebelgrind» in die Top 10.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!