Im Juni vor einem Jahr startete mit Pauken und Trompeten das TV-Format «MvH – The Place To Be» auf Pro Sieben. Jetzt ist bereits wieder Schluss damit. Die Zuschauerinnen und Zuschauer haben nun keinen Zugang mehr zu den «wichtigsten Veranstaltungen der Schweiz» (wie es beim Start in der Eigenwerbung hiess). «Wir hätten die Sendung gerne weiterhin im Programm behalten», sagt Mike Gut, Geschäftsführer von Pro Sieben Schweiz. Für das Format konnten aber offenbar zu wenig Sponsoring-Partner gewonnen werden.

Er wolle mit seiner eigenen Sendung zum Larry King der Schweiz werden, nur lustiger und mit weniger Scheidungen, gab sich Mark van Huisseling vor 13 Monaten noch sehr selbstbewusst (man hätte hier auch grosslaut schreiben können, doch das ist nicht unser Stil). Kritiker sprachen aber schnell einmal von «geistlosen Interviews», die MvH da mit verschiedenen Schweizer Cervelat-Prominenten führte («Was machst du hier?», «Warum sind Sie an der Art Basel?»). Zudem sei der «selbstverliebte» und «schlecht ausgeleuchtete Moderator» meistens in der «Froschperspektive» und «mal an der Grenze zum Fischauge» gefilmt worden.

Auch in anderen Punkten kann Mark van Huisseling nach der Absetzung seiner Sendung gegenüber Larry King kein bisschen Boden gutmachen: MvH ist nicht nur seine Sendung los, sondern auch seine Freundin. Seit Ende 2008 war der 46-Jährige mit der Radio-24-Moderatorin Elena Bernasconi (Anfang 30) liiert. Nun haben sich die beiden getrennt. Weshalb man nun wieder separate Wege geht, wollten weder MvH noch seine Ex verraten.

Auch wenn laut seiner eigenen Homepage (www.markvanhuisseling.ch) die Sendung auf Pro Sieben noch weiterhin jeden Donnerstag stattfindet, gibt sich der Bümplizer Journalist ausserhalb des Cyberspace jetzt also sehr kleinlaut (was irgendwie gar nicht seinem Naturell entspricht). Trotz mehrmaliger Kontaktierungsversuche unsererseits hielt es Mark van Huisseling nicht für nötig, auf unsere Fragen einzugehen.

Dieses grosse Schweigen taxieren wir als eher unprofessionell. Ein «Nein. Ich sage nichts dazu» wäre für einen Journalisten, der täglich andere Leute befragt und Antworten erwartet, auch sehr schwach gewesen. Sich aber gar nicht zu melden und unterzutauchen, mutet ziemlich stillos und unprofessionell an.

Wie es scheint, steht Mark van Huisseling mit den elektronischen Medien einfach etwas auf Kriegsfuss. Schon bei seiner TV-Premiere 2006 bei 3+ wurde der «Möchtegern-Bond» (so bezeichnen ihn andere Kritiker) als Juror der Castingshow «Superstar» gefeuert. Weil sich die Kandidaten geweigert hatten, weiter mit MvH zusammenzuarbeiten. Und auch bei Radio 1 war sein Wirken eher von kurzer Dauer. Seine Society-Kolumne auf dem «Sender für Erwachsene» von Roger Schawinski war nur gerade mal ein Jahr auf Sendung.

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