Das Schweizer Fernsehen nimmt wieder einmal den Mittag ins Visier: Im Vorfeld der eidgenössischen Parlamentswahlen im Herbst wird das SRF ein Mittagsmagazin ausstrahlen. Das bestätigt Sprecher Stefan Wyss. Anders als im «Mittagsmagazin» von ARD und ZDF oder in «Punkt 12» des deutschen Privatsenders RTL, die Service-Beiträge und Nachrichten-Beiträge aus aller Welt senden, setzt das SRF dabei auf einen engen Fokus innerhalb des Landes. «Da es sich um nationale Wahlen handelt, werfen wir mit dem Magazin einen Blick in die anderen Sprachregionen», sagt Wyss. Weitere Informationen zum neuen Magazin würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Beim Magazin dürfte es sich vorerst um ein einmaliges Projekt handeln. Darüber hinaus gebe es keine konkreten Pläne, sagt SRF-Sprecher Wyss. Das auf nationale Inhalte fokussierte Magazin wird zusätzlich zur täglich um Viertel vor eins ausgestrahlten Mittagsausgabe der «Tagesschau» über die Bildschirme flimmern. Diese wird werktags in der Regel von 35 000 bis 60 000 Zuschauern gesehen. Laufende Woche erreichte die News-Sendung am Mittag Marktanteile zwischen 14 und 19 Prozent und damit deutlich mehr als die übrigen Sendungen, die das SRF morgens auf dem ersten Kanal sendet – üblicherweise Wiederholungen, die kaum je über 10 Prozent Marktanteil hinauskommen.

Die Mittel sind knapp beim Schweizer Fernsehen. Wohl auch deshalb ist ein dauerhaftes Mittagsmagazin derzeit kein Thema. Zuletzt wälzte das SRF im Jahr 2012 Pläne für ein Mittagsmagazin, setzte diese aber nie um. Erfahrung mit Mittagsmagazinen hatte das Schweizer Fernsehen bereits in den Neunzigerjahren mit dem Format «Tagesfernsehen» gesammelt. Ein 2001 gestartetes «Mittagsmagazin» hingegen überlebte nur ein Jahr und wurde danach aus Spargründen eingestellt.

Ein weiteres neues Magazin startet das Schweizer Fernsehen am 22. September. Ab dann präsentiert Tagesschau-Aushängemoderator Florian Inhauser einmal im Monat dienstags um kurz vor Mitternacht das neue Auslandsmagazin «#SRF global».

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