VON CLAUDIA MARINKA

Wirtschaftskrise hin oder her – der Markt für Schönheits-operationen boomt. Auch dieses Jahr werden in der Schweiz rund 600 Millionen Franken dafür ausgegeben. Weg mit Fett und Falten: Der perfekten Figur wird mit ausgetüftelten Geräten nachgeholfen. Die neuste Methode kommt aus Hollywood und hält nun auch hierzulande Einzug: Laser Lipo.

«Ich empfehle dieses Gerät für die Kundschaft, weil man mit einem tieferen Risiko dasselbe Resultat erreichen kann wie mit Fettabsaugung», sagt der Zürcher Schönheitschirurg Deniel Kish. Der renommierte Facharzt ist der Einzige in der Schweiz, der das neuartige Gerät seit 14 Monaten in seiner Praxis in Zürich einsetzt.

In den USA gehört Laser Lipo von Beverly Hills bis New York inzwischen zu den populärsten Behandlungsmethoden. «In der Schweiz habe ich bislang 60 Patienten mit Laser Lipo behandelt. Am häufigsten mit Fettsammlungen im Bereich von Oberschenkeln, Po, Knie, Waden, Oberarm, Hals und Bauch», sagt Kish. Ein Eingriff dauert zwischen 45 und 60 Minuten. Kostenpunkt: 1500 bis 2800 Franken pro behandelte Region.

diese methode funktioniert im Prinzip sehr einfach – ist aber effektiver als herkömmliche Fettweg-Methoden. Kish: «Der Clou ist, dass das Fett nicht abgesaugt, sondern innert dreier Monate vom Körper selbst resorbiert wird.» Ein weiterer grosser Vorteil: weniger Risiken. Es brauche lediglich eine örtliche Betäubung, Blutungen oder blaue Flecken seien daher selten.

«Das klassische Fettabsaugen mit relativ grossen Kanülen hingegen kann das Gewebe strapazieren und wird oft in Vollnarkose durchgeführt», so Kish. Bei der neuen Methode schrumpfe die Haut bedeutend mehr als nach der traditionellen Fettabsaugung.

Und so gehts: Der Arzt dringt mit einem dünnen Rohr durch eine 1 Millimeter grosse Öffnung durch die Haut in das Fettgewebe. Dieser Rohr enthält das so genannte Laserfieber. Die Fettzellen resorbieren die hohe Laserenergie und explodieren sozusagen. «Der Laser ist dabei für eine sehr kurze Zeit eingeschaltet, sodass er die anderen Gewebe wie Muskeln oder Nerven nicht aufheizt oder beschädigt», erklärt Facharzt Kish.

Die Behandlung dauert 20 bis 25 Minuten. Nach einigen Stunden kann man bereits nach Hause fahren und im besten Fall gar nächstentags arbeiten. «Nach 30 ist die Haut nicht mehr so elastisch. Mit dem gewöhnlichen Fettabsaugen hängt die Haut später mehr als vorher», so Kish.

Der Schweizerische Patientenschutz (SPO) steht der neuen Methode jedoch skeptisch gegenüber: «Wir sind vorsichtig bei neuen Methoden», sagt Barbara Züst, Beraterin der Stiftung SPO. Man lege Wert darauf, dass die Patienten gut beraten werden. «Oft kommt nach einem Eingriff das böse Erwachen, darum ist Aufklärung wichtig.»

Das Geschäft mit der Schönheit ist ein lukrativer Markt. Laut der American Society of Plastic Surgeons werden weltweit 30 Milliarden Dollar im Jahr für Schönheitsoperationen ausgegeben. Die Operationen sind erschwinglich geworden – und es ist auch kein Stigma mehr, dem eigenen Aussehen operativ nachzuhelfen.

«Die meisten Schönheitsoperationen werden zwischen 20 und 40 Jahren durchgeführt», sagt Stephan Hägeli von Acredis, dem unabhängigen Beratungszentrum für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Die beliebtesten Eingriffe seien Fettabsaugung, Brustvergrösserungen und Nasenkorrekturen.