Es war PR vom Feinsten: Diese Woche bejubelte die Miss-Schweiz-Organisation in einem Communiqué die TV-Quoten der Fernsehshow vom letzten Samstagabend. 30 Prozent mehr Zuschauer als im Vorjahr hätten die fast dreistündige Sendung auf Sat.1 geschaut, war da zu lesen. Das stimmt zwar, aber das Vorjahr war mit rund 185 000 Zuschauern ein Allzeit-Tief. Schaut man die Zuschauerzahl der letzten 13 Jahre an, wird klar: Die Quoten sind noch immer im Keller. Im Jahr 2001 schauten fast 1,1 Millionen Zuschauer im Schweizer Fernsehen SRF die Krönung der Miss, zuletzt waren es noch 240 000. Und dieses Jahr erntete die TV-Gala in den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook dazu vernichtende Kritiken.

«Die Show muss nachhaltig verbessert werden! Daran ändern auch die 30 Prozent mehr Zuschauer gegenüber dem Vorjahr nichts», gibt Claudio Righetti selbstkritisch zu. Gemeinsam mit der vom Schweizer Fernsehen (SRF) gefeuerten Choreografin Grazia Covre war der Berner PR-Profi für die Produktion der Missen-Show im Swiss Dome auf dem Bundesplatz in Bern verantwortlich. Righetti: «Was nicht gut war, werden wir verbessern. Künftig sollen vor allem nicht die Gäste, sondern die Kandidatinnen mehr zu Wort kommen.»

Um weiterzumachen, erhält er von Multimillionär Guido Fluri (47), Retter und Eigentümer der Missen AG, die umfassende Rückendeckung. Die Neuausrichtung der Miss-Wahl sei in Bern mit grossem Engagement aller Beteiligten und namentlich der Sponsoren erfolgreich gelungen, sagt Fluri.

Diese Woche sorgte ein Artikel im Wirtschaftsmagazin «Bilanz» für Unruhe und einige Negativschlagzeilen, denn es hiess, Fluri denke an einen Verkauf der Miss-Schweiz-Organisation und sei enttäuscht über die Berichterstattung der Medien. «Stimmt nicht», sagt Guido Fluri gegenüber «Schweiz am Sonntag». «Der Titel in der ‹Bilanz› widerspiegelt nicht den Inhalt meines Interviews. Der Ausstieg ist kein Thema.»

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