Vergangene Woche twitterte Andreas Hugi: «Sodeli, WeWo-Abo gekündigt und bis zu diesem Termin unterbrochen ... Ausmisten, hiess es doch.» Hugi ist nicht irgendwer: Er ist Managment-Partner der Beratungsagentur Furrer, Hugi & Partner.

Wenn man den Online-Kommentaren zur «Weltwoche»-Geschichte über Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand glauben darf, war Hugi nur einer von unzähligen Abonnenten, die sich im Ärger vom Wochenmagazin trennten.

Ein Blick auf das Inserateaufkommen seit der Hildebrand-Story lässt die Vermutung aufkommen, dass sich auch einige Inserenten von der «Weltwoche» verabschiedet haben. Am 12. Januar nahmen die Anzeigen zweieinhalb Seiten in Anspruch, am 19. Januar etwas über vier Seiten bei einem Umfang von je 68 Seiten. Zum Vergleich: Die Sonntagspresse, die sich zumindest vom Erscheinungsrhythmus her mit der «Weltwoche» vergleichen lässt, war in der gleichen Periode gut gebucht.

Roger Köppel, nach eigenen Angaben Alleininhaber und Chefredaktor der «Weltwoche», mochte zu konkreten Fragen über die Auflageentwicklung und das Inserateaufkommen nicht Stellung nehmen. Seine Antwort lautet: «Ich bin sehr zufrieden, dass wir den schweren Verlustbringer ‹Weltwoche› seit meiner Übernahme wieder solide und gewinnbringend im Markt positionieren konnten.»

Wie hoch der jährliche Gewinn ist, liess Köppel in seinem Antwortschreiben offen. Kurt W. Zimmermann, Medienkolumnist der «Weltwoche», schreibt in der aktuellen Ausgabe, seit 2007 habe Köppel «jährlich zwischen ein und zwei Millionen verdient» – ein Betrag, der vor allem dank der Luxus-Supplements zustande gekommen sein dürfte, die dem Hauptblatt periodisch beigelegt werden.

Mittlerweile ist auch bekannt , wie der Verkauf der «Weltwoche» an Köppel abgelaufen ist. Bis heute wurde der Verkaufspreis regelmässig auf über zehn Millionen Franken geschätzt, noch gestern Samstag nannte auch die «FAZ» diesen Betrag. Der Betrag ist falsch. Gemäss einer in die Verkaufsmodalitäten involvierten Quelle konnte Roger Köppel das Blatt von Tito Tettamanti für zwei Millionen Franken erwerben, obwohl der Wert damals auf zirka 20 Millionen geschätzt wurde. Dank seiner langjährigen Tätigkeit als leitender Journalist beim «Magazin», bei «Weltwoche» und «Welt» und der damit verbundenen Löhnung, war Köppel in der Lage, die Hälfte des Kaufpreises selber aufzubringen. Für die andere Hälfte nahm er einen Bankkredit in Anspruch. Der Kredit stellte angesichts des Objekt-Wertes kein grosses Risiko dar. Das von Verkäufer Tettamanti auferlegte, fünfjährige Verkaufsverbot ist Ende 2011 abgelaufen.

Diese Darstellung wollte Köppel weder bestätigen noch dementieren. Genauso wenig wie den vom «Tages-Anzeiger» kolportieren Lohn, den er sich selber auszahlt und der sich auf 414000 Franken belaufen soll, plus Spesen von rund 25000 Franken. Auch die Frage, ob er sich zusätzlich eine Dividende zukommen lasse, liess er unbeantwortet. Köppel verwies auf sein aktuelles Editorial. Da heisst es: «Wir sind gerne bereit, die Karten auf den Tisch zu legen. Aber selbstverständlich nur, wenn die Lex ‹Weltwoche› für alle Zeitungs- und Medienunternehmen in der Schweiz gilt.»

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