Die Humorsendung «Giacobbo/Müller» erhält bald wieder einen Sponsor. Das bestätigte Beatrice Kniel von Publisuisse auf Anfrage. Die Firma ist zuständig für die Vermarktung von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Den Namen des Nachfolgers der Mobiliar-Versicherung, die ihr Engagement Ende 2011 eingestellt hat, wollte Kniel nicht verraten. Der Grund: «Wir stehen in Verhandlung.»

Wer sich das Billboard für «Giacobbo/Müller» sichern will, muss tief in die Tasche greifen. Der vom «Blick» kürzlich kolportierte Betrag von «150 000 bis 200 000 Franken» ist viel zu tief. Billboard nennen die Werber das Abspielen von Sponsoren-Logos im Vor- und/oder Abspann einer Sendung. Kein Witz: Das Billboard für ein ganzes Jahr «Giacobbo/Müller» kommt auf 580 000 Franken zu stehen (ohne die Produktionskosten).

Im ersten Halbjahr geht «Giacobbo/Müller» 19-mal über den Sender, im zweiten Halbjahr 13-mal. Pro Sendung gibts ein Billboard à zehn Sekunden je zu Beginn und am Schluss der Sendung. Da jede Ausgabe von «Giacobbo/Müller» zweimal wiederholt wird, erscheint das Billboard insgesamt 192-mal.

Günstiger fährt, wer als Sponsor die Talkshow «Aeschbacher» unterstützen will: 44 Sendungen pro Jahr (die ebenfalls zweimal wiederholt werden) kosten 318 000 Franken. Die Kosten richten sich nach den Zuschauerzahlen. «Aeschbacher» erreichte 2011 im Durchschnitt 221 000 Zuschauer, was einem Marktanteil von 23,3 Prozent entsprach.

«Giacobbo/Müller» sahen durchschnittlich 412 000 Zuschauer, Marktanteil 34,5 Prozent. Interessant: «Giacobbo/Müller» haben gegenüber 2010 weitere 1,5 Prozent Marktanteil verloren. Und der Krebsgang hält weiter an: Am vergangenen Sonntag schalteten sich gerade noch 331 000 Interessierte zu (Marktanteil: 28,1 Prozent). Auch das Alter der Zuschauer entwickelt sich in die falsche Richtung: Vor vier Jahren war der durchschnittliche «Giacobbo/Müller»-Zuschauer 54 Jahre alt, 2011 stieg dieser Wert um zwei Jahre an. Das heisst: Die Zuschauer altern mit den beiden Moderatoren und jüngeres Publikum wächst nicht nach.

Klar ist, dass sich der neue Sponsor etwas Kreatives einfallen lassen muss, um gegenüber dem Vorgänger bestehen zu können. Die Mobiliar-Werbung hatte eigentlichen Kultcharakter; Lästermäuler behaupteten gar, das Billboard des Versicherers sei häufig das Witzigste an der ganzen Sendung gewesen.

Gibt es Firmen oder Produkte, die für ein Sponsoring für das Humorformat nicht infrage kommen? Beatrice Kniel von Publisuisse: «Wir achten grundsätzlich immer darauf, dass zwischen der für ein Sponsoring freigegebenen Sendung und dem Sponsor ein positiver und aktiver Imagetransfer stattfindet. Es soll für beide Parteien eine langfristige Win-Win-Situation entstehen.»

SRF-Sprecher Martin Reichlin ergänzt, dass es für die Macher von «Giacobbo/Müller» «irrelevant» sei, ob die Sendung einen Sponsor hat. «Das Programm hängt in keiner Art und Weise davon ab.»

Die Liste der noch offenen Sponsoringformate enthält zurzeit 25 Positionen. Darunter sind auch beliebte und langjährige Sendungen wie «Aeschbacher», «Meteo», «Musikantenstadl», der Dienstagskrimi oder das Nachfolgeformat von «Hopp de Bäse».

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