VON FELIX STRAUMANN

Zu Hause zwei Mamis und kein Papi, oder umgekehrt: So wachsen in der Schweiz laut Schätzungen rund 6000 Kinder auf. Wie es ihnen in diesen so genannten Regenbogenfamilien mit einem homosexuellen Elternpaar ergeht, hat kürzlich die bislang grösste Studie zum Thema ergründet.

Die in Deutschland durchgeführte Untersuchung erteilt den gängigen Vorbehalten eine Abfuhr: «Den Kindern geht es gut», fasst die Studienleiterin Marina Rupp von der Universität Bamberg die Ergebnisse zusammen.

In gewissen Bereichen geht es den Regenbogenkindern laut der Studie sogar besser als Gleichaltrigen in traditionellen Familien. Wissenschaftlich nicht haltbar seien Vorstellungen, dass Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern automatisch homosexuell würden, sagt Rupp.

«Es stimmt auch nicht, dass Regenbogenkinder häufiger kein geschlechtskonformes Verhalten zeigen.» Weder würden Buben verweichlichter noch Mädchen jungenhafter als ihre Altersgenossen.

Die Studie ist auch von Bedeutung für die Schweiz, wo die rechtlichen Rahmenbedingungen für eingetragene Partnerschaften restriktiver sind als in Deutschland (siehe Kasten), denn: «Hierzulande gibt es zum Thema noch überhaupt keine Forschung», sagt Eveline Nay, die am Zentrum Gender Studies der Uni Basel die erste Untersuchung zu Regenbogenfamilien in der Schweiz plant.

1059 lesbische Mütter und schwule Väter in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften nahmen an der Befragung der deutschen Familienforscher teil. Sie gaben Auskunft über ihre Familie und die Entwicklung ihrer insgesamt 852 Kinder. Zusätzlich interviewten die Forscher 123 Kinder im Alter von 10 bis 18 Jahren am Telefon.

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