Beim TV-Jugendsender joiz haben sich in jüngster Zeit die Abgänge gehäuft: Drei Moderatoren, darunter das Aushängeschild Gülsha Adilji, haben den Sender verlassen. Und laut «HandelsZeitung» gibt es auch einen Exodus im Management: Vier von sieben Geschäftsleitungsmitgliedern und ein weiterer Manager haben gekündigt.

Bisher nicht kommuniziert war, dass es zudem auf der obersten Position einen Wechsel gibt: Kurt Schaad (64), der den Sender zusammen mit dem Ex-SRF-Kollegen Alexander Mazzara gegründet hat, ist als Verwaltungsratspräsident zurückgetreten. Dies geht aus einem Handelsregistereintrag hervor. Als Nachfolger bereits gewählt ist der Österreicher Gaudenz Trapp.

Der Rücktritt erfolge aus persönlichen gesundheitlichen Gründen, wie Kurt Schaad sagt. Es gebe keinen Zusammenhang mit den übrigen personellen Veränderungen im Unternehmen, wie er betont. Schaad bleibt joiz als einfaches Verwaltungsratsmitglied erhalten.

Der Sender war 2011 fulminant gestartet und gilt als Musterbeispiel eines innovativen Medienunternehmens. Es gelang ihm, eine junge Zielgruppe zu erreichen, die sich sonst mehr und mehr vom Fernsehen verabschiedet. Schon nach zwei Jahren kam die Expansion nach Deutschland. Die Erwartungen in Berlin wurden aber nicht erfüllt. Zwar gibt es entgegen anders lautenden Schlagzeilen den deutschen joiz-Sender noch immer, aber er wurde heruntergefahren und ist inzwischen nur noch im Internet zu empfangen. Vor kurzem hat sich die deutsche Mediengruppe M. DuMont an joiz Germany beteiligt, wodurch die Finanzierung des Web-Senders gesichert ist. Patrik Müller

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