Mit den Dauer-Champions aus Basel in der Kabine, mit Nati-Star Blerim Dzemaili im türkischen Meister-Corso oder mit Sion-Anhängern auf dem Weg zum Cupfinal: Auf der Plattform «Goalgetter TV» finden Fussballfans Videos zu den wichtigsten Ereignissen rund um den beliebtesten Sport der Welt. Grosse Siege, bittere Niederlagen. Neben Stars wie Ronaldo oder Streller sollen auch Fans ihre Videos auf das neu lancierte Portal laden.

Hinter Goalgetter TV steckt einer, der die Fussballwelt aus dem Effeff kennt: David Degen, ehemaliger Nationalspieler und Mittelfeldakteur des FC Basel. Er will den Fans Einblicke verschaffen, die sie sonst nie bekommen. Dank Videos, die ihm Kollegen und frühere Weggefährten schicken, wird das Innenleben eines Teams sichtbar. Man sieht die Profis scherzen, tanzen und lachen. Egal ob in der Kabine, auf dem Platz oder im Auto.

Die Seite wurde vor wenigen Wochen aufgeschaltet, auch eine App existiert bereits. «Das Wichtigste ist jetzt, dass wir so schnell wie möglich eine grosse Reichweite generieren», sagt Degen und steckt sich grosse Ziele. Die Schweiz sei nur ein kleiner Markt, Goalgetter TV soll alle Kontinente erobern und das führende Social-Media-Portal für Fussballfans werden. Dafür hat Degen ein Team von zehn Leuten um sich geschart. Der Sitz der Firma mit einem Aktienkapital von 300 000 Franken liegt in Berlin. Bald soll ein Büro in Spanien folgen.

Seit neun Monaten arbeitet Degen gemeinsam mit einem Partner aus dem Silicon Valley am Portal. Degen spricht am Telefon mit der «Schweiz am Sonntag» schnell, muss das Gespräch mehrmals unterbrechen, ruft aber gleich zurück. «Ich habe kaum noch Zeit für etwas anderes.» Er will die Karriere nach der Karriere.

Degen beschreibt Goalgetter TV als eine Mischung zwischen Youtube und Instagram. Videos können über die App erstellt und vertont werden. Die Verbreitung erfolgt dann über Goalgetter TV, aber auch Facebook oder Twitter. «Standbilder sind vorbei», sagt er, «der Trend geht eindeutig Richtung Videos.»

Auch eigene Dokumentationen will Degen für die Plattform drehen. Die Menschen seien fussballverrückt, sie wollten einen engen Draht zu ihren Stars. Degen will deshalb die Vereine ins Boot holen. Anstatt dass jeder Klub seine Beiträge vom Abschlusstraining oder Kurzinterviews bloss auf die eigene Website lädt, sollen sie Goalgetter TV beliefern. Dafür würden die Vereine im Gegenzug einen Teil der Werbeeinnahmen erhalten, sagt Degen. Er sei mit vielen Interessenten im Gespräch. Spruchreif sei aber noch nichts.

Der offizielle Kick-off der Plattform erfolgte diese Woche. Dafür startet Goalgetter TV einen Wettbewerb. Jeder Fussballfan kann seinen liebsten Trick hochladen. Wer dribbelt wie Messi & Co und die meisten Klicks generiert, gewinnt 1000 Euro. Die ersten Kunststücke aus der Fussballcommunity sind bereits eingegangen – wenn es nach Degen geht, werden Hunderte aus aller Welt folgen.

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