Auch der Jahrhundertsturm «Sandy» konnte Google nicht aufhalten. Nachdem der IT-Riese seine geplante Medienkonferenz in New York nicht durchführen konnte, hat der Konzern seine Neuheiten kurzerhand in einem Blogpost angekündet: ein neues Handy und ein schickes Tablet.

Nur so konnte Google der Konkurrenz zuvorkommen. Denn wenige Stunden später, als die Flutwellen New York gerade erreicht hatten, stand in San Francisco Microsoft-Chef Steve Ballmer zusammen mit Schauspielerin Jessica Alba auf der Bühne. Beide reckten ein neues Nokia Lumia 920 Handy in die Kamera, und Ballmer verkündete mit lauter Stimme: «Menschen auf der ganzen Welt werden sich in unsere Windowstelefone verlieben.»

Die IT-Konzerne bringen sich für das wichtige Weihnachtsgeschäft in Position. Neben Microsoft und Google hat kürzlich auch Apple neue Geräte vorgestellt. Im Fokus stehen längst nicht mehr Computer und Laptops – das Geschäft mit PC ist rückläufig –, sondern Smartphones und Tablets.

Diese Gadgets sind alle flach und glitzern verführerisch; sie unterscheiden sich aber hinsichtlich der Grösse. Zwischen dem iPhone 5, das eine Bildschirmdiagonale von 4 Zoll (10,1 cm) aufweist, und dem iPad, dessen Display 9,7 Zoll (24,6 cm) misst, hat sich ein breites Sortiment von Geräten angesiedelt.

Im Aufwind befinden sich 7-Zoll-Tablets (17,8 cm). Man kann sie wie ein Buch oder einen eReader locker mit einer Hand halten. So eignen sie sich besonders gut zum Lesen. Solche Geräte gibt es etwa von Google (Nexus 7), Samsung (Galaxy Tab 2) oder Amazon (Kindle Fire HD) – und seit diesem Freitag auch ein nur leicht grösseres 7,9-Zoll-Modell von Apple. Dank dem viel dünneren Rand ist das Gerät im Endeffekt aber kaum grösser als die 7-Zoll-Konkurrenten. Nimmt man das iPad mini in die Hand, so fällt einem sofort auf, wie leicht es ist. Lediglich 308 Gramm wiegt es – das ist nicht einmal halb so viel wie das ebenfalls neu lancierte iPad 4 (ab 559 Franken).

Das iPad mini ist ab 279 Franken erhältlich und mit allen Funktionen eines ausgewachsenen iPads ausgestattet, verfügt aber über kein Retina-Display. Das Mini löst mit 1024 mal 758 Pixel auf. Wer sich bereits an die Auflösung des iPad 3 gewöhnt hat, der stört sich anfänglich ob der geringeren Pixeldichte. Mehr Pixel für erst noch weniger Geld gibt es bei der Konkurrenz. Das Nexus 7 und das Kindle Fire lösen beide mit 1280 mal 800 auf und sind ab 249 Franken zu haben. Die grössere Variante des Google-Geräts, das Nexus 10, ist in der Schweiz noch nicht erhältlich. Ebenso lässt das Google Handy Nexus 4, das von LG gefertigt wurde, noch auf sich warten.

Ein spannendes Zwischenformat bietet das Samsung Note II. Mit seinem 5,5-Zoll-Bildschirm (14 Zentimeter) geht es als Riesen-Smartphone oder auch als Mini-Tablet mit Telefonfunktion durch. Wer nur mit einem Gerät durch den Alltag gehen will, aber dennoch komfortabel Mails und Online-Zeitungen lesen möchte, ist damit gut bedient. Ausserdem läutet das Note II ein Revival des Stiftes ein. Der sogenannte S-Pen lässt sich elegant aus dem Gehäuse ziehen. Damit kann man das Gerät nutzen wie einen Notizblock und von Hand Skizzen und schriftliche Anmerkungen festhalten. Ebenso lassen sich E-Mails mit einer Unterschrift signieren.

Ohne Vertrag eines Mobilfunkanbieters kostet das Note II 588 Franken. Das ist mehr als ein Mini-Tablet. Dafür kann man damit auch jederzeit im mobilen Internet surfen, ohne dass dazu eine zusätzliche Sim-Karte benötigt würde. Ausserdem können mit der 8-Megapixel-Kamera auch anständige Fotos geknipst werden.

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