Auf E-Mail-Nachfrage bei «Magazin»-Chefredaktor Finn Canonica meldet sich Stellvertreter Martin Beglinger, der den Text ins Blatt gerückt hat. Beglinger will zuerst nichts vom PR-Mandat gewusst haben, sagt dann aber nach Rücksprache mit Welti: «Ich hatte Kenntnis vom Mandat. Ich habe das aber nicht als Hindernis empfunden, Philippe Welti diese Geschichte schreiben zu lassen. Sowohl der Artikel als auch das Bild waren für mich nicht im geringsten eine PR-Geschichte für das Wallis.» Auch der Autor stellt sich auf diesen Standpunkt: Er könne Journalismus von PR unterscheiden, so Welti.

Fraglich ist allerdings, ob es in der Welt von Welti diesen Unterschied überhaupt noch gibt. Auch in der «Aargauer Zeitung», «Südostschweiz» und «Neue Luzerner Zeitung» platzierte er Artikel mit Wallis-Bezug. Von insgesamt 30 Texten, die der journalistisch tätige PR-Mann in den letzten zwei Jahren geschrieben hat, handelten 9 vom oder im Wallis.

Dass dies kein Zufall ist, zeigt ein Artikel der «Hotelrevue» im August 2008. Unter dem Titel «Storys gesucht» wird dort Stöhlker als PR-Agentur gepriesen, die «das Wallis journalistisch in den Fokus rückt». Zitat Wallis-Tourismus-Vize Bruno Huggler: «Wichtig ist es, dass wir Inputs für Geschichten beisteuern. Die Agentur sagt uns dann, welche die Journalisten interessieren könnten.»

Philipp Cueni, Präsident des Vereins «Qualität im Journalismus» sieht im «Magazin»-Artikel einen Verstoss des Presserats-Kodex: «Da hätten alle Warnlampen aufleuchten müssen.» Nicht zum ersten Mal übrigens: 2010 flog auf, dass «Magazin»-Autor Max Küng in einem Pfister Katalog für die gleichen Möbel PR machte, die er auch im «Magazin» bejubelte.

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