So kennen die Zuschauer den SRF-Moderator gar nicht. Während der Eishockey-WM diesen Frühling liess Jann Billeter seinen Emotionen mehrmals freien Lauf. «Jawohl, Gooooooal Nummer drei, Finaleee!», schrie Billeter hemmungslos ins Mikrofon, als die Schweiz im Halbfinale die USA vom Platz fegte. «So schnell kann ich gar nicht sprechen, so wie die da unten Eishockey spielen.»

Und das, was die da unten spielten, wollte sich auch das Schweizer TV-Publikum nicht entgehen lassen. Für den WM-Titel reichte es der Schweizer Nati im Finale gegen Gastgeber Schweden zwar nicht, aber sie machte SRF 2 zum Quotenkönig 2013. Als einzige Sendung sprengte das Finale die Millionenmarke, mit knapp 1,2 Millionen Zuschauern.

Da konnte selbst die urschweizerischste aller Sportarten nicht mithalten. Das Eidgenössische Schwingfest muss sich mit dem zweiten Platz begnügen. 961 000 Zuschauer schalteten ein, als der Berner Matthias Sempach Schwingerkönig wurde. Danach folgt die Ski-Abfahrt der Männer in Wengen.

Dass trotz fehlendem Grossereignis die Millionengrenze geknackt wurde, darf das SRF als Erfolg verbuchen. Dennoch: An Quoten wie 2008 während der Fussball-EM im eigenen Land wird das SRF in Zukunft kaum mehr herankommen. Das Spiel Schweiz gegen die Türkei (1:2) sahen unglaubliche 1,6 Millionen Zuschauer, bei einem Marktanteil von 75 Prozent. Das ist in der heutigen immer stärker fragmentierten TV-Landschaft mit riesigem Digital-Angebot kaum mehr denkbar.

Nicht nur Sportveranstaltungen erreichten dieses Jahr sehr gute Werte. Entgegen einigen Kulturpessimisten ist die breite Öffentlichkeit gut informiert – zumindest dann, wenn es sich um ein bedeutendes Ereignis handelt. Schweizer wandten sich an die «Tageschau», als der Papst gewählt wurde (870 000 Zuschauer), am Tag der Vergewaltigung in Indien (858 000) und als die Abzocker-Initiative angenommen wurde (857 000).

Im Unterhaltungsbereich sorgte eine neue Serie fast im Alleingang für gute Zahlen. «Der Bestatter» mit Mike Müller belegt gleich drei Plätze der Top 10. Kein Wunder, startet am 7. Januar bereits die zweite Staffel. Geschlagen wurde Mike Müller nur von einer echten Legende: Komiker Emil zog Anfang Jahr 856 000 Zuschauer in seinen Bann, mit seiner Sendung «Emil lacht». Die SRF-Verantwortlichen dürften angesichts dieser Zahlen mitgelacht haben.

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