Vor jeder Reise stellt sich die Frage: Welches Buch soll mit? Im Alltag ist es ähnlich: Man ist gerade an drei Büchern dran – welches packt man für den Weg zur Arbeit ein? Die Antwort heisst E-Reader. Pro Gigabyte Speicherplatz können auf einem Reader rund 700 Bücher gespeichert werden. Viele der Klassiker sind zudem gratis erhältlich: Die gesammelten Werke von Kafka oder Tolstoi können legal und problemlos vom Internet heruntergeladen werden.

Gemeinsam haben alle fünf von uns getesteten Geräte das brillante Display. Es gibt dabei unter den verschiedenen Anbietern nur geringe Unterschiede. Wer sich an Smartphones und Tablets gewöhnt ist, wird zudem überrascht sein, wie gut lesbar die Displays sogar im gleissenden Sonnenlicht sind. Das ist deshalb der Fall, weil die Schrift mit elektronischer Tinte angezeigt wird, die das Licht ähnlich reflektiert wie Druckerschwärze auf Papier.

Seit der Einführung des ersten Kindle vor knapp fünf Jahren hat sich die Bedienung der Reader markant verbessert und erinnert immer mehr an einen Tablet-Computer. Die von uns ausprobierten Geräte können alle per Touch-Screen bedient werden. Dank WiFi kann man bequem auf dem Sofa durch die Online-Läden stöbern und Leseproben oder ganze Bücher herunterladen.

Man erspart sich so nicht nur den Weg zum Buchhändler. Es entfällt auch die lästige Wartezeit, bis ein beim Versandhändler bestelltes Werk eingetroffen ist. Innerhalb von wenigen Sekunden hat man die ausgewählten E-Books auf dem Display und kann mit der Lektüre beginnen. Auch PDFs lassen sich mit den Geräten lesen. Das heisst, dass man die Reiseführer von Anbietern wie Lonely Planet auf deren Website herunterladen und auf den Reader kopieren kann. Zum Surfen im Internet eignet sich jedoch keiner der Reader wirklich – die Displays sind schlicht zu langsam.

Die Bedienfreundlichkeit ist allerdings nicht bei allen Readern gleich gut gelungen. Der Kindle hat mit seiner Unkompliziertheit die Nase vorn, auch die Modelle von Kobo, Sony und Cybook sind leicht verständlich. Das Menü des Pocketbook Touch ist aber eher schwer verständlich.

Der Kindle benützt ein eigenes Dateiformat, das nicht ohne weiteres auf anderen Readern lesbar ist. Das ist ein grosser Nachteil, denn es bedeutet, dass man mit einem Kindle nicht bei Buchläden wie Thalia.ch oder Buch.ch einkaufen und mit den anderen Readern keine Bücher von Amazon herunterladen kann. Nur der Kindle besitzt dieses geschlossene System – auf allen anderen Readern können verschiedene Online-Buchläden abgerufen werden.

Alle getesteten Geräte trumpfen mit langen Akku-Laufzeiten auf. Nach eigenen Angaben laufen die Reader von Sony und Pocketbook mit einer Ladung einen Monat. Amazon und Cybook Odyssey sprechen bei ihren Geräten gar von bis zu zwei Monaten. Dies ist denn auch neben der guten Lesbarkeit der Displays das grosse Plus der E-Reader. Anders als bei Smartphones und Tablets kann man das Ladegerät getrost zu Hause lassen – sogar auf langen Reisen.

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