VON FELIX STRAUMANN

Ric gibt alles. Abgekämpft sitzt er im Besprechungsraum der Verleihfirma Filmcoopi an der Zürcher Heinrichstrasse. Er sei bereits um den halben Globus gereist, um die Fragen von Journalisten zu beantworten. «Ich will, dass die Welt davon erfährt», sagt der Amerikaner. Zwei, drei Tage bleibe er in der Schweiz, dann wolle er endlich heim nach Miami. Er erinnere sich nicht, wann er das letzte Mal dort gewesen sei.

Es ist vielleicht der letzte Kampf des siebzigjährigen Ric O’Barry für die Sache der Delfine. Denn eigentlich möchte er schon lange «in Rente» gehen, wie er immer wieder sagt. Mit Sicherheit führt er zurzeit jedoch seinen wirkungsvollsten Kampf für die Meeressäuger.

Mit Topleuten aus der amerikanischen Filmbranche hat O’Barry einen 5 Millionen Dollar teuren Dokumentarfilm über Missstände gedreht, der die Leute weltweit aufwühlt. Der Film hat an verschiedenen Festivals viel Applaus geerntet und Publikumspreise gewonnen. Zudem ist er bereits im Gespräch für einen Oscar.

Der Film mit dem Namen «The Cove» (deutsch: «Die Bucht») dreht sich um Treibjagden von japanischen Fischern, die Delfine dabei brutal abschlachten. Von den rund 23 000 Kleinwalen, die Japan jedes Jahr tötet, sterben auf diese Weise Tausende Delfine in den Buchten und Küstenlagunen der Insel.

Was Delfinschützer schon länger wissen, macht der Film «The Cove» für ein breites Publikum eindrücklich und gleichzeitig spannend inszeniert sichtbar.

Die meisten Tiere sterben in der Jagdsaison jeweils zwischen September bis März beim Fischerort Taiji. Alle paar Tage treiben die Fischer jeweils über 100 Delfine auf einmal in eine Bucht. Delfintrainer und Tierärzte wählen daraus die schönsten und stärksten Tiere aus, um sie an die weltweit knapp 200 Delfinarien zu verkaufen. Der Preis: rund 150 000 Dollar pro Tier.

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