VON FELIX STRAUMANN

Die Amerikaner bevorzugen sie ohne, die EU empfiehlt zweimal mit und Deutschland mag sie lieber gemischt: einmal mit und einmal ohne. Die Schweiz wiederum kann sich nicht entschliessen. Bei der Zulassung von Schweinegrippe-Impfstoffen scheiden sich die Geister.

Die Ursache sind die so genannten Adjuvanzien. Diese Zusatzstoffe verstärken die Wirkung der Impfung, weshalb weniger Impfstoff nötig ist, um einen ausreichenden Schutz zu ermöglichen. «Dank den Adjuvanzien braucht es bei der Pandemie-Impfung nur rund einen Viertel der Impfdosis», sagt Christoph Hatz vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich.

Bei den Pandemie-Impfstoffen, die innert kürzester Zeit von Pharmafirmen hergezaubert werden mussten, ist dies ein wichtiger Aspekt, denn es gibt weltweit nicht genug für alle.

Dennoch lassen sich die Schweizer Behörden Zeit mit der Zulassung der Impfstoffe. Der Grund: Die Zusatzstoffe sind in Kombination mit dem Impfstoff nicht an den Schwangeren und Kindern getestet worden – ausgerechnet die Risikogruppen für ernsthafte Erkrankungen bei der kursierenden Schweinegrippe. Erwartet werden allerdings keine schwerwiegenden Komplikationen.

Die Wirkstoffverstärker gibt es nicht erst seit gestern. «Adjuvanzien kommen vor allem bei Tot-Impfstoffen vor», sagt Bruno Gander, Pharmazie-Professor an der ETH Zürich. Anders als in Lebend-Impfstoffen – etwa gegen Masern, Mumps, Röteln oder Tuberkulose – brauchen Impfstoffe aus abgetöteten Erregern Unterstützung. Dort verstärken die Adjuvanzien die Immunantwort.

«Grippe-Impfungen sind ebenfalls Tot-Impfungen», so Gander. Auch wenn Inhaltsstoffe nicht immer als Adjuvans daherkommen, haben eigentlich alle Grippe-Impfstoffe in irgendeiner Form Wirkverstärker, sagt der ETH-Professor weiter.

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