Der jüngste Schweizer Sender startet mit 200 Jahren Lebenserfahrung. Am Montag, 12. Mai, 20.15 Uhr, geht TV24 mit «The Gran Plan» auf Sendung. Drei Grossmütter – gemeinsam über 200 Jahre alt – helfen in mehreren Episoden jungen Menschen aus dem ganzen Land. Egal ob Beziehungsstress, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder Geldsorgen: Die Grosis geben Tipps, damit die Jungen ihr Leben wieder in den Griff bekommen.

Solche Eigenproduktionen sind eines der Standbeine des neuen nationalen TV-Senders. Darunter fallen auch Episoden des Shoppingmagazins «Fashion Run» oder der Kochshow «Swiss Dinner». Bereits sind neue Formate wie ein Quiz oder ein wöchentlicher Fussballtalk in Planung.

Doch TV24 will mehr, will anders sein als die Schweizer Konkurrenten 3+, 4+ oder S1. Erstmals seit Tele 24 und TV3, die wieder vom Markt verschwanden, setzt ein nationaler Privatsender auf eine eigene Nachrichtensendung.

Wochentags um 22 Uhr führt der von Tele Züri bekannte Journalist und Moderator Roman Wasik (31) durch die News des Tages. Dabei setzt der Sender neben internationalen Ereignissen auf einen Mix der besten Beiträge von Tele Züri, Tele Bärn und Tele M1. Alle Sender gehören zu den AZ Medien, die auch die «Schweiz am Sonntag» herausgeben. Tele-Züri-Aushängeschild Markus Gilli ist Chefredaktor von TV24 und allen Regionalsendern der AZ Medien. «Wir sind nicht so vermessen und sagen, dass wir ‹10 vor 10› angreifen, aber Nachrichten sind für unsere Positionierung wichtig und damit grenzen wir uns von anderen Schweizer Privatsendern ab», sagt Roger Elsener, Geschäftsführer von TV24.

In der Zielgruppe der 30- bis 59-Jährigen will der neue Sender seine Nische finden. Das Publikum des Schweizer Fernsehens ist in der Regel älter, jenes von RTL oder Pro 7 jünger. Ziel ist mittelfristig ein Marktanteil von einem Prozent.

Das dritte Standbein von TV24 sind Serien und Filme. Man wolle keinen Mainstream aus den USA bieten, sagt Elsener: «US-Serien laufen ja schon überall.» Darum fokussiert TV24 auf Schweizer Filme (Samstagabend) sowie Serien und Dokumentationen überwiegend aus Deutschland und Grossbritannien. Dazu zählen Biografien grosser Persönlichkeiten wie die des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs oder von Facebook-Chef Mark Zuckerberg genau so wie die Krimi-Serie «Polizeiruf 110».

«Das bedeutet aber nicht, dass wir nie einen Blockbuster zeigen», sagt Geschäftsführer Elsener. Als Geheimtipp mit Suchtpotenzial gilt die kanadische Frauen-Serie «Being Erica».

TV24 erreicht in der Deutschschweiz zum Start 2,65 Millionen Haushalte und wird über Swisscom TV und bei allen wichtigen Kabelnetzbetreibern empfangbar sein.

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