Der neuste Deal des Medienhauses Ringier ist noch nicht aus den Schlagzeilen, da plant das Unternehmen bereits die nächste Kooperation. Nach der Übereinkunft mit den SBB vergangene Woche hat der Verlag nun das Schweizer Fernsehen SRF ins Visier genommen.

Gemäss Informationen der «Schweiz am Sonntag» ist eine Zusammenarbeit mit der «Tagesschau» geplant. Der «Blick» will künftig Beiträge der SRF-Flaggschiffsendung auf den eigenen Online-Portalen zeigen und verwenden dürfen.

Im Gegenzug würde sich die Reichweite der «Tagesschau» erhöhen. Die Verhandlungen sollen weit fortgeschritten sein.

Doch bereits regt sich Widerstand. SRF-Mitarbeiter sehen die geplante Zusammenarbeit nicht gern. Denn sie wollen nicht ins Umfeld des Boulevards gedrängt werden und kritisieren hinter vorgehaltener Hand eine Kooperation.

Wann das Vorhaben umgesetzt wird, ist offen. Beide Parteien geben sich zugeknöpft. «SRG und SRF diskutieren immer wieder mit Verlegern über Online-Inhalte», sagt SRF-Sprecher Stefan Wyss. Ähnlich argumentiert Ringier: «Wir prüfen laufend mögliche Kooperationen», sagt Sprecher Edi Estermann. «Einen neuen Deal haben wir aber nicht abgeschlossen.»

Bereits letzte Woche wurde die Kooperation zwischen den SBB und Ringier publik. Wer das Gratis-Internet an Bahnhöfen nutzt, landet neu direkt beim «Blick». Der «Tages-Anzeiger» kritisiert in seiner gestrigen Ausgabe das Vorgehen. Der Auftrag sei nie öffentlich einsehbar oder ausgeschrieben gewesen.

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