Herr Yanez, Roger de Weck und Rudolf Matter reden im Zusammenhang mit den SRG-Sendern gerne und oft von «Relevanz». Was verstehen Sie konkret darunter?
Diego Yanez: Relevant ist in unserem Fall ein Journalismus, der die Fülle von Informationen und Fakten so bündelt, dass sich der Zuschauer orientieren und eine Meinung bilden kann. Wenn uns das bei jenen Themen gelingt, die die Menschen betreffen, dann machen wir einen guten Job.

Und: Machen Sie einen guten Job?
Ich versuche immer wieder, einen Blick auf ARD und ZDF zu werfen. Bei Fukushima und beim Arabischen Frühling zeigte sich natürlich, dass wir nicht dieselben Mittel haben wie die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland. Wenn wir dies berücksichtigen, dürfen wir auf unsere Leistung bei diesen beiden Themen stolz sein. Wir machten noch nie so viele Sondersendungen wie 2011.

Bei der «Arena» gab es Moderatoren, die polarisierten, damit aber gute Quoten erzielten. Im Gegensatz zu den eher ausgleichend Moderierenden. Wie etwa Urs Wiedmer und Sonja Hasler.
Die «Arena» ist stabil und nach wie vor eine wichtige Sendung. Am Freitagabend um diese Zeit einen Polit-Talk zu liefern, der noch immer so viel Zuspruch findet, ist eine gute Leistung. Für die «Arena» gilt im Übrigen, was auch für die andern Sendungen gilt: Die Quote ist wichtig, aber sie ist nicht das einzige Kriterium für die Bewertung.

Konkret!
Wichtig ist, dass Themen, die in der Gesellschaft heftig diskutiert werden, auch in der «Arena» heftig diskutiert werden. Es wäre falsch, brisante Themen weichspülen zu wollen. Aber wir sehen es nicht als unsere Aufgabe an, Kontroversen zusätzlich anzuheizen. Es sollen in diesem Polit-Talk weiterhin Argumente ausgetauscht werden.

Also kein Handlungsbedarf?
Wir überlegen uns, wie wir die «Arena» weiterentwickeln können.

In welche Richtung soll es denn gehen?
Inhaltlich ist die «Arena» richtig positioniert. Man kann sich aber durchaus überlegen, die Sendung formal mit zwei, drei Elementen anzureichern.

Mit mehr Einspielern?
Da könnte man noch verstärkt etwas machen. Auch wenn es unrealistisch ist, würde ich mir wünschen, dass wir die «Arena» live senden könnten. Aber das ist nicht möglich, weil sonst jene Gäste, die am gleichen Abend nicht mehr nach Hause kommen, nicht mehr teilnehmen. Eine Livesendung würde die Möglichkeit eröffnen, das Publikum via Social Media viel stärker einzubinden.

Dann überlegen Sie sich einen früheren Sendetermin?
Wenn wir auf den 20-Uhr-Termin gingen, was aus der Live-Überlegung heraus ideal wäre, hätten wir ein Quotenproblem. Wir haben im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen beim «Treffpunkt Bundesplatz» feststellen müssen, dass wir um 20.15 Uhr in absoluten Zuschauerzahlen zwar mehr Publikum hatten als beim klassischen Termin, aber der Marktanteil war natürlich wesentlich tiefer. Aufgrund dieser Erfahrung sind uns die Hände gebunden.

Wie relevant finden Sie die Sendung «Schawinski»?
Wenn man beispielsweise Christoph Blocher im Nachgang zu den National- und Ständeratswahlen im Talk hat, ist das sehr relevant. Es war auch gut, dass beispielsweise Christian Levrat bei Roger Schawinski war. Das sind Gesprächspartner, die einen Bezug zur Aktualität haben.

Und wie bewerten Sie die Gesprächsführung?
Wenn Sie die Sendung regelmässig anschauen, dann haben Sie sicher festgestellt, dass die Gesprächsführung nicht immer gleich ist. Mit Peter Spuhler hat Schawinski ganz anderes geredet als mit Christoph Mörgeli. Schawinski passt die Tonalität seinem Gast an. So gesehen finde ich es eine äusserst spannende Sendung. Es ist auch eine Sendung, die immer wieder in allen möglichen Foren tagelang zu hitzigen Diskussionen führt.

Haben Sie Roger Schawinski akquiriert? Oder war das die Idee Ihrer Vorgesetzten?
Die «Akquisition», wie Sie das nennen, war bereits eingeleitet, als ich dazu kam. Ich bin aber relativ früh mit im Boot gewesen und war von der Idee begeistert.

War Rudolf Matter der Ideengeber?
Innerhalb von SRF gab es mehrere Geburtshelfer.

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