VON MARTIN AMREIN

Das Labor von Fabrizio Benedetti an der Universität Turin erinnert zuweilen an eine Folterkammer. Der Mediziner ver-abreicht den Versuchsteilnehmern seiner Studien schon mal Stromstösse oder verbrennt ihre Haut mit einem Laser-strahl.

Dafür spürt Benedettis Forschung Erstaunliches auf: Über mehrere Tage fügte er seinen Probanden Schmerzen zu, die sie nur dank Morphium ertrugen. Am letzten Tag ersetzte Benedetti das Morphium jedoch mit Kochsalzlösung. Das Resultat: Auch das Salz linderte die Schmerzen. Es wirkte als Placebo.

Seit Jahrzehnten kennen Forscher den Placeboeffekt und seine heilende Wirkung. Auch in diesen Tagen, kurz vor der eidgenössischen Abstimmung zur Komplementärmedizin, ist der Placeboeffekt in aller Munde.

Zahlreiche Studien belegen, dass er massgeblich an der Wir-kung von Verfahren wie Akupunktur oder Homöopathie be-teiligt ist. Doch wie ein Placebo genau funktioniert, ist noch immer ungeklärt.

«Erst vor zehn Jahren kam die Forschung an der Neuro-biologie des Placeboeffekts richtig ins Rollen. Heute wissen wir schon viel mehr als damals», sagt Manfred Schedlowski. «Doch sind die entscheidenden biochemischen Vorgänge zwischen Gehirn und Körper noch nicht verstanden.»

Lesen Sie die ganze Geschichte in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!