Ohrenbetäubender Lärm und ein süsser Duft nach Himbeer, Ananas und Aprikose. Das sind die ersten Eindrücke aus der ältesten und grössten Glacefabrik der Schweiz. Hier, im dritten Stock eines über 40 Jahre alten Fabrikgebäudes in Rorschach, werden die beliebtesten Kinder-Glacen der Schweiz produziert.

Auf einem Förderband ist ein riesiges Blech mit Formen für die Glace «Winnetou» aufgereiht. Durch dünne Schläuche spritzt die Maschine Flüssigkeiten in die Formen. Nur wenige Sekunden braucht sie, um Aprikose-, Ananas- und Himbeer-Mix in die Formen zu pumpen. Bis zu einer halben Million Wasserglacen kann die Maschine am Tag produzieren, sagt Elmar Hug, der seit zwanzig Jahren in der Fabrik arbeitet und an neuen Geschmacksrichtungen tüftelt. «Weil der Sommer bisher noch nicht so heiss war, produzieren wir aber weniger», erklärt er und zeigt auf einen Maschinenarm, der nur wenige Zentimeter weiter die Holzstängel in die fast fertigen Glacen steckt.

Schwups werden ihre Spitzen noch in Schokolade getaucht und in bunt bedruckte Plastikfolie eingewickelt. Erst hier begegnen wir den ersten Arbeitern. Eine Angestellte füllt die Plastikfolie auf, ein anderer Arbeiter namens Manuel Rebolo kontrolliert, ob in jeder Verpackung auch eine Glace ist. Rebolo arbeitet schon dreissig Jahre in der Glacefabrik. Ob er noch Lust auf Glace hat? «Natürlich esse ich noch Glace», sagt er und lacht. «Und das, obwohl ich vor jeder Schicht probieren muss, ob der Geschmack stimmt.»

Auf einem Förderband fahren Kartonschachteln heran. Ein Roboterarm saugt die verpackten Glacen an und legt sie in eine Schachtel. Nun fehlt nur noch eine Etikette. Damit versehen, fahren die Schachteln in die Kühllagerhalle, von wo aus sie in die ganze Schweiz chauffiert werden: An die Kioske in Genf genauso wie in die Rorschacher Badi, wo die Kinder Schlange stehen, um sich am gefrorenen Zuckerwasser zu erfrischen.

Beliebter als «Winnetou» ist die «Rakete». Sie ist die älteste Wasserglace der Schweiz. Seit der ersten Mondlandung vor 44 Jahren schlecken nicht nur Kinder an der Raumfähre. Um sie herzustellen, müssen die Arbeiter in Rorschach nur die Formen der Maschine auswechseln und andere Geschmacksrichtungen einfüllen.


Rezept: Eisvogel-Stengelglace zum Selbermachen.
Noch besser als aus der Fabrik schmeckt selbstgemachte Glace. Hier ein Rezept der jüngsten Glacemanufaktur «Eisvogel» aus Zürich.

Man nehme 500 g frische, reife Erdbeeren
5 dl Mineralwasser
1 Zitrone
10 Teelöffel Zucker (oder noch etwas mehr, wenn man es gerne süsser mag!)

Erdbeeren halbieren und Grünzeug rausschneiden. Wasser, Zitronensaft und Zucker dazugeben und alles mit dem Stabmixer sehr fein pürieren.
Die Glacemasse in kleine leere Jogurtbecher füllen und ab damit in den Tiefkühler.
Wenn die Masse etwas angefroren ist, einen Trinkhalm oder ein Holzstäbchen hineinstecken und weiter kühlen.

Kurz vor Genuss die Glace bis zum Kübelirand ins Wasser tauchen und rausziehen.

Wunderbar!

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!