Von Vanessa Cadisch (15 Jahre)

Tessin? Ans Meer? In die Berge? Nein, für mich als angefressene Pfadfinderin ist es eine Ehre und Pflicht, ins Pfila zu gehen. Dieses Jahr hatte ich aber Pech: Wegen einer Verletzung war es mir nicht möglich, drei spannende Tage draussen in der Natur zu verbringen, Zelte aufzustellen, auf einem Postenlauf mit Karte und Kompass umzugehen, mich in Seilkunde zu üben, zu basteln und singen. Weil ich es jedoch nicht verkneifen konnte, mit Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Kanton und weit darüber hinaus an einem Ort zusammen zu sein und etwas zu machen, begab ich mich am Sonntag, bewaffnet mit der Kamera, kurz entschlossen auf den Weg, um zu sehen, was die anderen alles anstellten.

Im Vordergrund der Pfadfinderlager stehen immer sportliche Aktivitäten, körperliche Betätigungen und tolle Erlebnisse in der Natur. Das sind ausgezeichnete Gelegenheiten, um überschüssige Energie loszuwerden. Durch das spielerische Überwinden von Schwierigkeiten kommen wir uns irgendwie selber näher und lernen, uns ein positives Bild von uns selbst aufzubauen. Wir lassen uns auch von Misserfolgen nicht entmutigen und lernen, auch einmal einen zünftigen Frust zu ertragen.

Mit ihrem Programm will die Pfadfinderbewegung alle Kinder, uns Jugendliche und junge Erwachsene unabhängig von Nationalität, Konfession oder Herkunft ansprechen. Das abwechslungsreiche Programm ist den unterschiedlichen Altersgruppen genau angepasst.

Wir sollen unsere Fähigkeiten in verschiedenen Unternehmungen einbringen können. Vielleicht gelingt es uns, bei solchen Abenteuern die eine oder andere Qualität in uns zu entdecken, die wir bisher noch nicht gekannt haben.

Durch gemeinsame Ereignisse kommen wir uns näher und diskutieren. Dies hilft uns, offen zu werden und uns und andere kritisch zu hinterfragen.

Mit zunehmendem Alter treffen wir Entscheidungen immer mehr nach klaren Spielregeln. Wir Jugendlichen lernen auch, für uns und andere Verantwortung zu übernehmen. Wir tun dies gern. So werden wir von den Erwachsenen anerkannt. Bei uns ist Teamfähigkeit gefragt: Wir nehmen uns zurück, diskutieren miteinander, hören einander zu, schliessen Kompromisse und stellen gemeinsam etwas auf die Beine.

Die Pfadfinderbewegung wurde 1907 vom Engländer Robert Baden-Powell gegründet, um Kindern und uns Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten. Die Pfadfinderidee verbreitete sich mit grosser Geschwindigkeit auch bei Mädchen.

Heute ist die Pfadi mit 45 000 Mitgliedern und rund 700 lokalen Gruppen die grösste Jugendbewegung der Schweiz und garantiert für Abenteuer, Freundschaft und gemeinsame Erlebnisse in der Natur.

Ist dies alles vielleicht auch etwas für dich? Mehr über die Pfadfinderbewegung erfährst du im Internet, zum Beispiel unter www.battasendas.ch.

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